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lichkeit eines künftigen Lebens aus der Inſektenmetamorphoſe zu erweiſen und:„Ich las einmal,“ ſagt der geiſtreiche Phyſiker und Philoſoph Fechner ſo ſchön,„wie die Larve des Hirſchhornkäfers ſich bei ihrer Verpuppung ein größeres Gehäuſe baut, als ſie zur Ausfüllung mit ihrem zuſammengekrümmten Leibe brauche, damit die dereinſt ſich entwickelnden Hörner auch noch Platz haben. Was weiß die Larve von ihrem künftigen Leben, von ihren künftigen Hörnern? Man meint, dieſelbe Macht, welche den Hirſchhornkäfer und den Menſchen ſchuf, habe dem Käfer Wahrheit in den In⸗ ſtinkt und dem Menſchen Lüge in den Glauben gelegt, der ihn ſein jetziges Leben ſehen, in der Richtung auf das künftige erbauen und anlegen läßt, einen Glauben, der ebenſo nothwendig in der Menſchheit ſich entwickelt und zur Entwicklung der Menſchheit nöthig iſt, als der Inſtinkt in der Laröe....“
Betrachten wir durch das Mikroſkop einen Tropfen Karpfen⸗ milch, da eröffnet ſich eine neue Welt lebender Geſchöpfe, deren die Milch eines 2 pfündigen Karpfen etwa 253000 Millionen enthält, wie man berechnet hat. Richten wir ein Fernrohr gegen die Milchſtraße, da eröffnet ſich abermals eine neue, nie geahnte Welt. Und ſehen wir mit Blumenbach an einem heiteren Abende bald hinunter in das Mikroſkop, bald durch das Teleſkop zu den Myriaden von Lichtpunkten dort oben hinauf, da ſtaunen wir die beiden neuen Welten an. Hier unten eine andere Schöpfung, eine lebenvolle Bevölkerung, voll der wechſelndſten Wunder und Zauber! Dort oben ein zahlloſes Heer von Geſtirnen, von denen nicht ein einziges die ihm durch unbegreifliche Geſetze vorgeſchrie⸗ bene Bahn überſchreitet! Unendlichkeit im Großen! Unendlichkeit im Kleinen! Die Betrachtung der Natur wird Staunen und Be⸗ wunderung, die Bewunderung Gebet. Es ſchweigen die Zweifel, es ſtockt der Gedanke; Freiheit, Glaube und Wiſſen löſen ſich auf in dem Gefühle:„Gott, du biſt groß!“
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