Aufsatz 
Urkunden-Regesten aus dem alten Bistritzer Archive von 1203 bis 1490
Entstehung
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AsS alte Bistritzer Archiv, auf dessen Reichhaltigkeit schon wiederholt hingewiesen

worden ist ¹), war im Laufe der Zeit in die grösste Verwirrung und Unordnung

geraten. Dazu mag wohl einerseits die häufige Uebersiedlung des Archivs im Laufe des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts, sowie die Bergung desselben vor den drohenden Flammen der 1857-er Feuersbrunst, andererseits aber auch der Mangel jedweder Registrierung der bei weitem grössten Zahl älterer Schriftstücke beigetragen haben. Wiederholt wurden daher Anstalten getroffen, eine Neuordnung des gesamten Archiv- materials zu veranlassen. Schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderts(in den 70 er Jahren) beauftragte der Magistrat die damaligen Archivare, mit der Ordnung des Archives zu beginnen und dieselbe wenn möglich in zwei Jahren durchzuführen. Doch ist damals, wohl infolge der Unmöglichkeit, letzterer Forderung zu genügen, fast nichts geschehen. Auch die Arbeit der Archivare Gottfried Lani und Daniel Connerth, die in den Jahren 1799 und 1800 mit vielem Fleiss an der Zusammenstellung der Akten aus dem vorigen Jahrhundert inFascikel arbeiteten und 466 Stück Aktenfascikel mit einem Specialverzeichnisse über dieselben fertigstellten, geriet ins Stocken, da einerseits der Magistrat in der Honorierung solcherNebenarbeiten allzu sparsam war, andrerseits der Rathausbau und die durch denselben bedingte Ueberführung des Archivs die Ordnungsarbeiten unterbrach. Nachdem 1808 das Archiv im neuen Rathause untergebracht war, begann Archivar M. Bertleff im Jahre 1812 mit der Neuordnung und Neuregistrierung der bisher sehr stiefmütterlich behandelten älteren Urkunden. Mit Zugrundelegung des etwa 1558 von Christian Pomarius(Baumgarten) vertfassten Urkunden Repertoriums ²), das mit spärlichen Nachträgen seitens verschiedener Stadtbeamten versehen etwa 120 Urkundenregesten enthielt und bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts als alleiniges Auskunftsmittel über die doch so reichhaltige Urkundengruppe diente, verfasste

¹) E. v. Friedenfels sagt in seiner Abhandlung:Die Archive Siebenbürgens als Quellen vaterländischer Geschichte(Archiv des Vereins für siebenb. Landeskunde A. F. II, 1, 22): Wenn das Bistritzer Archiv geordnet und sein Inhalt auch nur zum Teil bekannt wäre, so müsste ihm unter allen Archiven Siebenbürgens(das Fiskal-Archiv als eine unbekannte Grösse hier nicht eingerechnet) der dritte Rang gebühren und nur das Weissenburger Kapitular- und das sächsische National-Archiv könnten an Reichhaltigkeit ihm nicht nachstehend durch die allgemeine Wichtigkeit der Urkunden, die sie enthalten, dem Bistritzer vorangesetat werden. Vergl. auch Archiv des Vereins f. s. L. N. F. V, 1, 46. Gf. Mikéô v. Hidvég: Ueber die Notwendigkeit unsere öffentlichen und Privat-Archive in Ordnung zu bringen.

²) Dasselbe ist seit etwa zwei Jahrzehnten aus dem Archive verschwunden.

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