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Zeus u. A. zwölf Tage und Poseidon noch länger(wie aus der Zeitberechnung zwischen ε 43 ff. und * 225 wie 278, 279 hervorgeht) bei ihnen verweilt. In alledem steckt nun freilich nichts Wunder- bares, nichts Märchenhaftes. Und doch, dürfen wir fragen, warum gehen denn die Götter gerade so gern zu den Aethiopen? Sind nicht andere Menschen auch fromm? Veranstaltet nicht auch Nestor dem Meerbeherrscher stattliche Hekatomben? Und weiter! Wie mögen die Aethiopen die Mittel erschwingen, mehrwöchentlichen und wie es scheint öfter wiederholten Götterbesuch zu tragen? Müssen ihnen nicht schliesslich alle Stiere und Lämmer und was sonst ausgehen, wenn Zeus mit dem ganzen Göttergefolge bei ihnen Einkehr hält? Sollte da nicht ein Wunder zu constatiren sein?— Herodot erzählt uns III, 17, dass Kambyses gegen die Karthager seine Flotte, gegen die Ammonier sein Fuss- volk zu senden für gut befunden habe, zu den Aethiopiern aber zuerst Späher, die in Bezug auf den sogenannten Sonnentisch Ausschau halten sollten, l&œlυ bμυενεnς und fährt im cap. 18 so fort: „Der Sonnentisch aber soll von der Beschaffenheit sein: es ist eine Wiese in der Vorstadt angefüllt mit dem gekochten Fleisch aller Vierfüsser, auf die während der Nacht die jedesmaligen Machtinhaber mit Sorgfalt die Fleischarten niederlegen, bei Tage aber schmaust wer hinzukommt nach Lust; die Einheimischen aber sagen, die Erde selbst bringe das jedes Mal hervor. Das soll der sogenannte Sonnentisch sein.“ Wenn nun auch Herodot uns rationalistisch genug und wohl auch, wie es der Wirklichkeit entsprach, die Sache erklärt und damit die abergläubische Annahme der Srriεπροο unbarmherzig niederschlägt, so dürfen wir doch aus dem Umstand, dass Kambyses von dem Wunder weiss, auf weite Verbreitung dieser Ansicht, auf einen wahren Volksaberglauben schliessen, der sich hier in märchenhafter Form mit der Annahme eines stets seine Gaben erneuernden Tisches geäussert hat. Wir brauchen nicht weit zu gehen, um den durchblickenden Mythus zu erkennen. Es ist nach mannichfachen Forschungen keinem Zweifel mehr unterworfen, dass auch im ältesten Aegypten die Sonne die Stelle des ersten Gottes eingenommen hat; das Licht, das die Wasserströme des Gebirgslandes entbindet und damit Segen und Fruchtbarkeit über das ganze Land bringt, wird gedacht als der die Erde befruchtende Ammon-Ra; und so hat Beides scine Richtigkeit, einmal, dass jener Teiuch ein Tisch der Sonne genannt wird, wie andrerseits, dass zævνzm vin„ ri dναn dονα εᷣotots. Diese ursprünglich mythologische Anschauung hat sich dann nach und nach zu einer märchenhaften verdunkelt, und es ist schliesslich nur eine andere Exemplifikation derselben Grund- idee, wenn im deutschen Märchen ein Tischchen— das Tischehendeckdich—, im ungarischen(siehe Stier, Ungar. M. Nr. 12), walachischen(Gebr. Schott, Walach. M. S. 204) und griechischen(Schmidt, Gr. M. Nr. 19) ein Tischtuch in wunderbarer Weise Speisen liefert, wobei es als Beweis für den im Hintergrunde stehenden Mythus angeführt werden mag, dass Gott stets der Spender dieser Wunder- gabe ist. Das Wunderkörbchen im russischen Märchen„Der sanfte Mann und die zänkische Frau“ (Dietrich, Russ. Volksm. Nr. 24) gehört ebenfalls hierher, und wenn auch zugegeben werden muss, dass die Hauptwurzeln der Gralssage ganz wo anders liegen, so lässt sich doch die Frage aufwerfen, ob die in Wolfram's Gedicht freilich ganz in christlich-gläubigem Sinne aufgefasste und beschriebene Wunder- kraft des heiligen Gral, seine Hüter durch den blossen Anblick stets frei von Hunger zu halten, nicht auch ursprünglich mit diesem bei Homer kaum angedeuteten Märchenzug von dem Sonnentisch der Aethiopen auf demselben Boden gewachsen ist.
V. Proteus.
5 351— 570. Telemachos ist auf seiner Kundschaftsreise bis nach Sparta gelangt und dort von dem König Menelaos gastlich aufgenommen und übernachtet worden. Am nächsten Morgen von dem Herrscher über Zweck und Absicht seiner Reise befragt( 312 ff.), antwortet der Jüngling mit gerader Offenheit:


