Aufsatz 
Die märchenhaften Bestandtheile der homerischen Gedichte / Bender
Entstehung
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Durch Ableistung von Militärdiensten wurden im Sommer Dr. Forbach und Dr. Gerhard längere Zeit der Schule entzogen. Mit ihrer Vertretung wurde durch Ministerial-Verfügung vom 29. April der Gymnasiallehramts-Accessist Friedrich Becker beauftragt.

Das Lehrercollegium erfuhr auch in diesem Jahre mannigfache Veränderung und Erweiterung.

Schon gegen Ende des vorigen Jahres war der Gesundheitszustand des Herrn Hofrath Bender so angegriffen, dass er sich entschloss, Seine Königliche Hoheit den Grossherzog ehrfurchtsvoll um Versetzung in den Ruhestand zu bitten. Sein Gesuch wurde durch Allerhöchstes Decret vom 26. Sep- tember v. J. gnädigst gewährt, und demselben in huldvoller Anerkennung seiner Verdienste das Ritterkreuz I. Klasse des Philipps-Ordens verliehen. Lehrer und Schüler bekundeten ihm durch Ueberreichung freundlicher Erinnerungszeichen ihre herzlichste Liebe und Theilnahme. Möge es ihm gestattet sein, das otium cum dignitate noch lange und in rüstiger Gesundheit zu geniessen!

Am 17. December v. J. geruhten Seine Königliche Hoheit den Zeichenlehrer Carl Rauch mit Wirkung vom 1. Januar 1878 an in den Ruhestand zu versetzen. Die Schule ist auch ihm für seine langjährige treue und gewissenhafte Thätigkeit zu dauerndem Dank verpflichtet.

Mit Beginn des Wintersemesters wurde Herr Dr. Münch, bisher Lehrer an der Realschule, definitiv als Gymnasiallehrer, Dr. Heinrich Gerhard und Dr. Friedrich Schaefer provisorisch als Hlilfslehrer angestellt. Der Letztere übernahm das Ordinariat der Herbst-Sexta bis Ostern. Um diese Zeit folgte er einem Rufe als ordentlicher Seminar-Lehrer nach Dresden. Zugleich schied Dr. Saalfeld, um eine Lehrerstelle am Gymnasium zu Prenzlau zu übernehmen. Es traten deshalb Ostern d. J. zwei ordentliche Lehrer in das Collegium ein, Dr. Fr. Curschmann, bisher Lehrer am Gymnasium zu Giessen, und Dr. Nehmeyer, vorher Lehrer an der Realschule in Offenbach.

Der Zeichenunterricht wurde vom 4. Januar an an die provisorischen Zeichenlehrer Schäfer und Fritz übertragen. Durch diese Ernennungen wurde es möglich, diesen Unterricht nunmehr in sämmtliche Klassen mit Ausnahme der IIIa, H. einzuführen.

Mit innigster Theilnahme verfolgte die Schule in diesem Jahre eine Reihe von Todesfällen früherer Lehrer. Am 4. October v. J. starb der Professor i. P. Dr. Ernst Pistor, am 25. October der frühere Zeichenlehrer Ernst Rauch, am 15. November der Professor i. P. P. Baur, am 18. November Professor Dr. Ferdinand Lucius, endlich am 29. December der Gymnasialdirector i. P. Professor Dr. Christian Bossler. Alle diese Männer hatten ihre Manneskraft der Förderung unserer Schule gewidmet. Mit sehr verschiedenen Eigenschaften und Geisteskräften ausgerüstet erwarben sie sich mannigfache und verschiedenartige Verdienste um die Anstalt, welche nur ein berufener Iistoriker zu schildern vermöchte. Die Schule wird ihnen stets ein pietätsvolles Andenken bewahren.

Ein Nekrolog des verewigten Ernst Rauch findet sich in der Darmstädter Zeitung 1877 Nr. 358, eine Schilderung der Wirksamkeit des Directors Bossler ebendaselbst 1878 Nr. 17 u. 21,

verfasst von einem früheren Collegen Professor Dr. Fr. Zimmermann, und einem dankbaren Schüler Dr. M. Rieger.

Unter der Leitung des Herrn Geh. Medicinalrath Dr. A. Weber wurde eine gründliche Untersuchung der Augen unserer Schüler vorgenommen. Das Resultat konnte ein verhältnissmässig gutes genannt werden.

Die vorjährige Vertheilung der beiden Stipendien, welche die Anstalt besitzt, blieb auch für dieses Jahr bestehen.

Dank und Anerkennung verdienen die Abiturienten des vorigen Jahres, welche bei ihrem Ab- schied durch eine Sammlung im Betrag von 61 Mark den Grund zu einem neuen Stipendium legten.