Aufsatz 
Zur Geschichte des realistischen Schulwesens in dem vormaligen Herzogthum Nassau : vom Jahre 1817 bis 1861 incl. eine historische Skizze / Bellinger
Entstehung
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Zur Geschichte

des

realistischen Schulwesens in dem 3 ke e vormaligen Herzogthum Nassau,

vom Jahre 1817 bis 1861 incl.

Eine historische Skizze. Vom Professor Bellinger.

Die Reform des Schulwesens, welche durch das landesherrliche Edikt v. 24. März 1817 in den nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und nach den veiteren poli- tischen Veränderungen aus den Jahren 1815 und 1816 zu dem Herzogthume Nassau ver- einigten altnassauischen, kurmainzischen, kurtrierischen u. a. Landestheilen vorgenommen wurde, betraf alle äussere und innere Verhältnisse sowohl der öffentlichen Unterrichts- anstalten, die zu Staatsschulen, als auch derjenigen, welche zu Kommunalschulen erklärt wurden, und widmete bei beiden Kategorien der Vorbildung für die verschiedenen prak- tischen Bcrufsarten des bürgerlichen Lebens eine besondere Aufmerksamkeit. Der Um- bildung der höheren Schulen, Lateinschulen, Pädagogien, Gymnasien und der Erklärung derselben zu öffentlichen Staatsanstalten ging die Gründung eines Centralstudienfonds zur Bestreitung der Kosten dieser Staatsschulen voraus. Dieser Centralstudienfonds wurde aus den säâmmtlichen für höhere Unterrichtszwecke in den verschiedenen Städten und Landestheilen bestimmten Fonds und aus den Beiträgen, welche fundationsmässig nament- lich aus den Domänen erflossen, gebildet und zur Verwaltung und Verfügung den Staats- behörden hingewiesen. Nachdem dieser Akt ohne Rücksicht auf den Umstand, dass die verschiedenen Vermögenstheile stiftungsgemäss für einzelne Schulen mit besonderem Charakter bestimmt waren, vollzogen und weiter gesetzlich verfügt war, dass auch die Staatscasse subsidiär zur Bestreitung der Bedürfnisse der öffentlichen höheren Unterrichts- anstalten in Anspruch genommen werden könnte, wurden nach§ 33 des allegirten Edikts die lateinischen Schulen, Pädagogien und Gymnasien, namentlich zu Diez, Dillenburg, Hachenburg, Hadamar, Herborn, Idstein, Montabaur, Usingen, Weilburg und Wiesbaden,

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