Aufsatz 
Das Ende Amy Robsarts nach dem Bericht des spanischen Gesandten Alvaro de la Quadra vom 11. Sept. 1560
Entstehung
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endgültig genehmigt worden war, wurden die Maurerarbeit des Hauptbaues und der Turnhalle dem Herrn Bauunternehmer L. RIEDLINGER, die der Schuldienerwohnung in der Hochstrasse und der Seiteng ebäude im Süden an die Herren L. WAGNER und C. BörriINGER und die der Einfriedigungen an die Herren H. SAMES und F. MARHR vergeben, sodass die Fundamentierungsarbeiten mit dem ersten Spatenstich am 18. Januar 18906 begonnen werden konnten. Uber den Fortgang der Ar- beiten werden wir später berichten, fühlen uns jedoch gedrungen, auch hier dem verehrten Stadt- vorstand, Herrn Oberbürgermeister MoRkNEwEG, dem Kuratorium, sowie der Bauleitung für die rüstige Förderung des Baues unseren verbindlichsten Dank auszusprechen. . Kaisers Geburtstag feierte die Schule durch einen Festaktus am 27. Januar, bei dem das ansprechende MärchenKönig Goldner zur Aufführung kam. Fräulein LiLI KEIIE hatte in zuvor- kommendster Weise die Solopartieen übernommen, die, wie die frischen Chöre und Deklamationen der Schülerinnen zu voller Geltung kamen. Bedauern mussten wir nur, dass die Beschränktheit des Raumes uns nicht gestattete, die verehrten Eltern zu dieser Feier einzuladen. Diesem UÜbel- stande, wie manchem anderen wird die im Bau begriffene neue Schule hoffentlich bald abhelfen.

Was die Prüfung der Aspirantinnen für das höhere Lehrfach anbelangt, so ist aus dem Vorjahr nachzutragen, dass die mündliche Prüfung des Jahres 1895 unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Oberschulrat SorpAN am 27. März 18905 stattfand, und dass von den 22 Aspirantinnen 7 die Prüfung mit der NoteSehr gut, 10 mit der NoteGut, 5 mit der NoteIm ganzen gut bestanden. Die schriftliche Prüfung des Jahres 1806 fand vom 24. bis 29. Februar statt. Gemeldet hatten sich 35 Schülerinnen der beiden ersten Klassen unseres Seminars und eine aus- wärts vorgebildete Dame. Die mündliche Prüfung unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Ober- schulrats SorpAaN nahm zwei Tage in Anspruch, den 16. und 17. März. Von den 36 Aspiran- tinnen bestanden 6 mit der NoteSehr gut, 19 mit der NoteGut, 8 mit der NoteIm ganzen gut, 3 mit der NoteGenügend.

Es scheint, als ob das Verhältnis der Zahl der Schülerinnen des Seminars zu der der Hospi- tantinnen sich mehr und mehr ausschliesslich zu Gunsten der ersteren hinneige, und es freut uns, mitteilen zu können, dass von den Damen, welche sich der Prüfung 1806 unterzogen, schon jetzt eine verhältnismässig grosse Anzahl Stellungen als Lehrerinnen oder Erzieherinnen im In- und Ausland gefunden haben.

Der Meldetermin für die Aufnahme in die zweite Klasse des Seminars war auf den 7. März angesetzt. Die Aufnahmeprüfung fand am 14. März statt.

Die aus der Victoria-Schule austretenden Schülerinnen wurden am 24. März in Verhinderung des Unterzeichneten von Herrn Pfarrer KEII, und dem Kollegium mit herzlichen Segenswünschen entlassep.

1896/97.

Das Schuljahr begann am 13. April, an welchem Tage die Anmeldungen für die Victoria- Schule entgegen genommen wurden, der Unterricht tags darauf.

Der Anfangsbestand war 560; hiervon kamen auf die Victoria-Schule 404. Während des Schaljahres traten 27 Schülerinnen ein, 16(ausschliesslich der am Schluss austretenden) aus, so dass ein Schlussbestand(1. Februar 1897) von 571 verblieb. Von der Gesamtzahl 587 entfallen 71 auf das Seminar ſ(einschliesslich der 7 Hospitantinnen).

Auf Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegen- heiten vom 22. Januar 1896 wurde die Einführung des dreijährigen Kursus für das Lehrerinnen- seminar auf Ostern 1897 verschoben. Entlastet wurde das Seminar durch die Errichtung einer Seminarklasse an der höheren Mädchenschule in Mainz Ostern 1806, welche den dort vorge- bildeten Damen die Möglichkeit gewährt, in unsere erste nach Einführung des dritten Jahres- kursus in unsere zweite Seminarklasse einzutreten. Wie aus den angeführten Zahlen hervor- geht, hat sich diese Entlastung schon in diesem Jahre fühlbar gemacht.(70, Vorjahr 84.)

Fräulein STRECKER, die unter Benutzung der Oster- und Sommerferien vom 1. April bis 26. Juli nach Paris beurlaubt war, wurde vom 13. April bis 4. Juli durch Fräulein WönrH ver- treten. Fräulein STRECKER nahm nicht nur an den Vorlesungen und Ubungen(Cours de vacances de l'alliance française) des Ferienkursus daselbst im Juli teil, sondern fand auch Gelegenheit, dem Unterricht in öffentlichen Schulen beizuwohnen.