Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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sie charakterisiert die Ablagerungen der grossen Gletschergebiete. Von diesen also sicher bewiesenen Spuren alter Gletscher sind aber diejenigen zu trennen, welche nur in dem einen oder andern der gedachten Phänomene sich verraten. Wir sind daher gezwungen, von der Annahme einer Vergletscherung des Odenwaldes abzusehen. Auch Klemm, einer der Haupt- forscher der Erscheinungen ist aus diesem Grund von seiner früheren Annahme einer Ver- gletscherung abgegangen. Das Wegfallen dieser Annahme trägt nach einer Ausserung von Partsch sehr dazu bei, das Bild der Eiszeit der oberrheinischen Gebirge zu einem einheitlich harmonischen zu machen. Der Verfasser hat in Ubereinstimmung mit Klemm bei den von diesen beschriebenen Gebilden seine jetzige Ansicht berücksichtigt und Ausdrücke wie Grund- moräne, Vergletscherung u. s. w. vermieden.

Auf die Entstehung der einzelnen beschriebenen Gebilde einzugehen, würde über den Rahmen der Abhandlung hinausgehen. Viele der Gebilde mögen als pseudoglaziale im Sinne Pencks und Blanckenhorns zu erklären sein. Das eine ist jedenfalls sicher, die Gebilde sind in der mitteldiluvialen Zeit unter dem Einfluss der Haupteiszeit, die auch in Europa un- gleich grössere Niederschläge und, besonders im Winter, niedrigere Temperaturen erzeugte, entstanden. Vielleicht vermochten die mächtigen Schneemassen, die infolgedessen die Höhen bedeckten und wohl zum Teil nicht abzuschmelzen im stande waren, ähnliche Wirkungen aus zuüben, wie Gletscher.

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