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dürfte verglichen werden können. Angesichts der mächtigen Lössablagerungen ist für die Anwesenheit der Gerölle nur noch die Erklärung möglich, dass wir es mit Abhangschutt zu tun haben, der vor der Lösszeit gebildet wurde, d. h. während der Eiszeit.
16. Karlshof bei Darmstadt. In den Tongruben der Ziegeleien am Karlshof bei Darmstadt wurden von Chelius und Klemm eigentümliche Schichtenstörungen beobachtet und als glazial angesprochen. Die in den Gruben aufgeschlossenen Schichten gehören nach Lepsius zu den unteren Korbikulaschichten, diskordant überlagert von weissen, roten, gelben und braunen pliozänen Tonen und Sanden. Die über diesen folgenden, oft etwas sandigen, meist auch weniger rein gefärbten Tone, sind für ein durch glaziale Agentien umgelagertes Oberpliozän zu halten. Die stark gefalteten Tone sind im Ausgehenden oft mit Sand ver-— knetet und führen im Ausgehenden zahlreiche Gerölle und scharfeckige Gesteinsfragmente. Diese Gerölle und Fragmente bilden auch vielfach eine dünne Lage zwischen dem Ton und dem alles überkleidenden Flugsand. Chelius hat diese Lage als„Darmstädter Diluvialsand“ bezeichnet. Betrachtet man diesen Diluvialsand genauer, so sieht man, dass derselbe unmög- lich fluviatiler Entstehung sein kann. Denn wenn er auch reich an Geröllen ist, enthält er doch so viele scharfeckige Fragmente verschiedener Gesteine östlicher Herkunft, dass man für diese letzteren einen Transport durch Wasser nicht annehmen darf. Zudem ist das Material von ganz ungleichmässiger Körnung; neben erbsengrossen und kleineren Geröllen findet man alle Zwischenstufen bis zu Blöcken von mehr als 5 dm Durchmesser. Diese letzteren sind fast ausschliesslich pliozäne Knollensteine, wie sie auch an einer weiter östlich gelegenen Stelle der Ziegeleigruben in pliozänem Sande, durch dessen Verkittung sie sich gebildet haben, anstehen. Die übrigen Gesteine sind ausser sehr zahlreichen weissen Kieseln normale und porphyrische Granite, metamorphe Schiefer, Adinole, Diabase, Melaphyre und andere, welche sämtlich weiter nach Osten zu, zum Teil in der Entfernung von etwa 6 Kilometer, auftreten. Der ausgesprochene Fragmentcharakter eines grossen Teiles der Gesteine, welche in jenem Darmstädter Diluvialsand auftreten und die Verknetung desselben mit den obersten Tonlagen, sowie die intensiven Lagerungsstörungen, welche dieselben bis in eine Tiefe von mehreren Metern unter der Oberfläche erlitten haben, lassen die Schotterablagerung einer ausgeschlämmten Grundmoräne ausserordentlich ähnlich erscheinen. Dass die Grundlage kein Gehängeschutt sein kann, ergibt sich, abgesehen von der Mengung durchaus abgerollter und scharfkantiger Stücke, aus den Terrainverhältnissen und der grossen Entfernung, aus welcher einzelne der dort vorkommenden Gesteine herstammen. Die Oberfläche des Bodens hat am Karlshof auf mindestens 1 Kilometer Erstreckung nach O eine Neigung von weniger als 2 ⁰. Die Entstehung der Schichtenstörungen im Pliozän wird wohl niemand durch Rutschungen der Tonmassen in sich selbst erklären wollen. Nur ein gewaltiger Druck, ähnlich dem eines Gletschers, kann diese ausserordentlich komplizirten Faltungen, die nur auf die Oberfläche beschränkt sind, sowie deren Verknetung mit Sand und Grand, bewirkt haben.
17. Trachytbruch bei Dietzenbach. Noch auffälligere Umlagerungen der Oberfläche liessen sich im Winter 1900/1901 ganz im Norden des Odenwaldes im Trachytbruch am Bahnhof Dietzenbach beobachten. Der Dietzenbacher Trachyt ist plattig abgesondert. Die Platten, deren Dicke meist nur 2—3 dm beträgt, stehen fast senkrecht und sind in der Richtung N 60⁰°W angeordnet. Durch Klüfte werden sie weiter gegliedert. Die Klüfte, welche die einzelnen Platten trennen, sind oft bis zu einer Tiefe von mehreren Metern mit von oben eingeschwemmten rotliegenden Letten erfüllt. Der Trachyt ist hier hellgrau, in den frischsten Teilen etwas rötlich gefärbt. Er trägt eine sehr deutliche Decke von Arkosensandsteinen


