Aufsatz 
Geschichte des Progymnasiums und der Realschule zu Michelstadt während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens von 1834-1884
Entstehung
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Berufsarten, zu welchen die Schüler der hieſigen Realſchule übergegangen ſind, nach deren Angabe beim Austritt oder

nach ſpäter von uns eingezogenen Erkundigungen. Leider konnten wir bei einer Reihe von Schülern den Beruf nicht angeben.

1. Theologie 6 22. Fabrikant 3 43. Bäcker 14 2. Jurisprudenz 4 23. Gärtner 4 44. Koch 3 3. Medicin 4 24. Bergbau 1 45. Zimmermann 6 4. Höheress Lehrfach 18 25. Mechanik 30 46. Steinhauer 9 5. Kameralwiſſenſchaft 14 26. Maſchinenbau 10 47. Maurer 8 6. Baufach 10 27. Hüttenweſen 6 48. Glaſer 4 7. Ingenieur 2 28. Tuchfabrikation 15 49. Schloſſer 18 8. Forſtwiſſenſchaft 17 29. Graveur 11 50. Portfeuillage 1 9. Tierarzneikunde 3 30. Bildhauer 2 51. Buchbinder 7 10. Chemie 3 31. Xylograph 3 52. Schmied 7 11. Pharmacie 16 32. Weber 9 53. Spengler 3 12. Buchhandlung 1 33. Müller 14 54. Sattler 8 13. Militär 24 34. Buchdrucker 7 55. Schuhmacher 6 14. Poſtfach 27 35. Dreher 5 56. Schneider 4 15. Eiſenbahn 5 36. Uhrmacher 5 57. Küfer 1 16. Volksſchullehrer 3 37. Büchſenmacher 3 58. Bürſtenbinder 1 17. Kanzlei⸗ und Rechnungsfach 35 38. Gerber 20 59. Metzger 19 18. Bank⸗ und Finanzfach 4 39. Färber 5 60. Schreiner 4 19. Feldmeßkunſt 12 40. Bierbrauer 36 61. Meſſerſchmied 1 20. Kaufmann 291 41. Wirt 5 62. Tüncher 1 21. Landwirtſchaft 82 42. Conditor 3 63. Fuhrmann 3

Die bisherigen Directoren waren:

1. Dr. Joſeph Winterſtein, geb. den 20. September 1803 zu Frankfurt a. M., Sohn des Privatmanns Johann Winterſtein daſelbſt, ſtudierte 1823 1826 auf der Univerſität Göttingen Ma⸗ thematik und Naturwiſſenſchaften, war Lehrer an der katholiſchen Selectenſchule zu Frankfurt a. M., wurde am 11. Juli 1834 zuerſt proviſoriſch, am 29. October 1836 definitiv als Director und erſter Lehrer hier angeſtellt. Am 26. Auguſt 1840 wurde er zum Director und erſten Lehrer an der Real⸗ ſchule zu Alzey ernannt, am 17. April 1866 penſioniert und ſtarb am 5. Juli 1876 zu Mainz.

Die Realſchule wurde unter ihm am 16. October mit 26 Schülern und 5 Hospitanten, die in 2 Klaſſen mit halbjährigen Curſen unterrichtet wurden, eröffnet. Im Jahr 1836 wurde ihr wegen mangelhafter Vorbereitung der Neueintretenden eine 3. oder Unterklaſſe zugefügt. Trotz dieſer Erweite⸗ rung der Anſtalt fand 1839 eine Verlegung derſelben aus dem ſeitherigen Lokale des Progymnaſiums und der Realſchule, der jetzigen Gräflichen Rentkammer, in das ſogenannte Kellereigebäude ſtatt, was für Winterſtein ſehr unerquickliche Verhandlungen zur Folge hatte.

2. Dr. Friedrich Zamminer, geb. den 26. October 1817 zu Darmſtadt, Sohn des Großher⸗ zoglichen Geheimen Oberforſtrats Johannes Zamminer daſelbſt, ſtudierte von 18361838 Forſtwiſſen⸗ ſchaft an der Univerſität Gießen, von 18381839 Cameralwiſſenſchaften auf der Univerſität Tü⸗ bingen, wurde am 26. Auguſt 1840 zum proviſoriſchen Director und erſten Lehrer der hieſigen Real⸗ ſchule ernannt und am 2. December 1842 definitiv angeſtellt. Am 25. April 1843 wurde er von hier abberufen, am 3. October 1843 zum außerordentlichen Profeſſor der philoſophiſchen Fakultät an der Univerſität Gießen ernannt und iſt dort am 15. Auguſt 1858 geſtorben.

Er widmete ſich mit jugendlicher Begeiſterung und aufopfernder Pflichttreue ſeinem Berufe, ſo daß die unter ſeiner Leitung ſtehende Schule in der kurzen Zeit ſeiner hieſigen Wirkſamkeit einen raſchen Aufſchwung nahm und ſich einen Namen erwarb, der ihr aus weiter Ferne Schüler zuführte. Unter ſeiner Leitung wurde der Turnunterricht eingeführt und der Zeichenunterricht durch Berufung eines Zeichenlehrers, der zugleich im geometriſchen Zeichnen unterrichten konnte, erweitert.

3. Karl Chriſtoph Steinberger, geb. den 23. Mai 1816 zu Butzbach, Sohn des Collectors der geiſtlichen und milden Fonds, Georg Konrad Steinberger daſelbſt, ſtudierte von Oſtern 1832 bis