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jeweilige Realſchuldirector ſein ſollte. Trotz der Bemühungen dieſes Curatoriums, beſtehend aus Kreis⸗ rat v. Schenk, Pfarrer Groh, Okonom Fülberth und dem Unterzeichneten, trotzdem man ſogar einzelne Schüler mit ſehr namhaften Beiträgen unterſtützte, iſt es nicht gelungen, ein größeres Intereſſe für die Schule bei der ländlichen Bevölkerung zu wecken. Da nun aber die ſtetige Zunahme der Frequenz der Realſchule und die dadurch bedingte Beſchränktheit der Lokale und der Mangel an ausreichenden Lehrkräften die Trennung beider Anſtalten gebieteriſch forderte, ſo hat Großherzogliches Miniſterium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, durch Verfügung vom 15. December 1876 in richtiger Würdigung der vorliegenden Verhältniſſe die Realſchule von ihrer ſeitherigen Verbindung mit der Acker⸗ bauſchule gelöſt. Das urſprünglich für die Notleidenden des Odenwaldes geſammelte Kapital, deſſen Zinſen der Stiftungs⸗Urkunde gemäß, zur teilweiſen Beſtreitung der Koſten einer Ackerbauſchule zu Michelſtadt verwendet werden müſſen, ſoll höchſter Verfügung gemäß, aufbewahrt werden, bis wieder eine Ackerbauſchule im Odenwald gegründet wird.
Nachdem der Stadtvorſtand ſich bereit erklärt hatte, innerhalb 4 Jahren ein neues Schulhaus für die Volksſchule zu errichten, genehmigte Großherzogliches Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, durch Verfügung vom 25. Mai 1880 die proviſoriſche Aufnahme zweier Volksſchulklaſſen in das neue Realſchulgebäude unter den im Programm 1881 angegebenen Be⸗ dingungen. Dieſe zwei Klaſſen ſind in den oben angegebenen Reſervezimmern untergebracht.
Ferner iſt durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Ab⸗ teilung für Schulangelenheiten, vom 13. December 1879 die Mitbenutzung der Turnhalle der Realſchule den zwei oberen Knabenklaſſen, durch Verfügung vom 14. Januar 1882, die Mitbenutzung derſelben durch die 3. Knabenſchule, endlich durch Verfügung vom 9. Juni 1883 die Mitbenutzung derſelben durch die 1. und 2. Mädchenklaſſe genehmigt worden. Die Bedingungen ſind dieſelben wie die im Programm 1881 angegebenen.—
Die Geſchichte der Anſtalt von ihrer Gründung bis zu ihrem gegenwärtigen Beſtande zeigt die fortſchreitende Entwicklung derſelben zu dem Ziele, welches die ſich mehr und mehr klärenden Forderungen an die Realſchulen ſtellen, ſie zeigt auch das ſtete Beſtreben, neben dieſen Hauptforderungen zugleich den Bildungsbedürfniſſen der hieſigen Gegend zu genügen, in früherer Zeit bei einfacheren Verhältniſſen durch thätige Mithilfe, in letzterer Zeit bei geſteigerten Anforderungen durch Beihilfe, ſoweit die Wahrung der eigenen Intereſſen dies verſtattete. Die Realſchule hat auf dieſe Weiſe weit über die ihr als höherer Unterrichtsanſtalt geſteckten Grenzen zugleich zur Entſtehung, Entwicklung und ſelbſtändigen Ent⸗ faltung von verſchiedenen gemeinnützigen Anſtalten beigetragen, und wird fortfahren, denſelben als An⸗ haltspunkt zu dienen. In welcher Weiſe ſie aber ihre ſpecielle Aufgabe weit über die Grenzen der hieſigen Gemeinde nach und nach hinausgehend und trotz der Entſtehung neuer Anſtalten in der Nähe, der Realſchule zu Groß⸗Umſtadt, der höheren Bürgerſchule zu Wimpfen, der ſtädtiſchen Realſchule zu Heppenheim, ſowie der neuerdings entſtandenen Bürgerſchule zu Beerfelden, trotz der Präparandenſchulen zu Lindenfels, Lich und Wöllſtein zu löſen verſtand, zeigt am beſten das nachfolgende Schülerverzeichnis und die Angabe der verſchiedenen Berufsarten, zu welchen die hieſige Anſtalt die erſte Grundlage der allgemeinen Bildung gelegt hat. Die Schule darf demnach, ohne daß uns der Tadel der Unbeſcheidenheit treffen könnte, von ſich behaupten, daß ſie reichlich ihre Kraft für die fortſchreitende Entwicklung des Oden⸗ waldes eingeſetzt und damit zum Segen unſeres Vaterlandes in ihrem beſcheideneu Kreiſe gewirkt hat.
Jährliche Frequenz der Realſchule vom Jahre 1834—1884.
Von Herbſt 1834— Herbſt 1835 beſuchten die Schule 31 Schüler. 835— Oſtern 1837„„„ 25„
„„ „ Oſtern 1837—„ 1838„„„ 54„ „„ 1838—„ 1839„„„ 43„ .„ 1839—„ 1840„„„ 26„ „„ 1840—„ 1841„„„ 25 „ 7 1841—„„ 1842„„„ 42 1„ 7 1842 7 1843 71 7. 41 77
„„ 1843—„ 1844„„„ 67„ „„ 1844—-„ 1845„„„ 16„ „„„ 1845—„ 1846„„„ 76„ „„ 1846—„ 1847„ u 7„


