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Und doch darf man annehmen, daß der größere Theil der Soldaten in den Kaſernen beſſere Kleidung und Koſt findet, als er ſie zu Hauſe gewohnt war.
„In Findelhäuſern übertrifft die Sterblichkeit der Findlinge die der ſonſtigen Kin⸗ der um mehr als das Doppelte. ¹)
Die Erkenntniß, daß das dichte Beiſammenwohnen der Menſchen die Geſundheit gefährdet, ſpricht ſich mehr oder weniger bewußt darin aus, daß man neuerdings überall bemüht iſt, größere und weitere Wohnräume zu gewinnen. Mit dem ſteigen⸗ den Wohlſtand iſt die Zahl und noch mehr der kubiſche Inhalt der bewohnten Räume gewachſen, und zwar in weit ſtärkerem Verhältniß als die Zahl der Einwohner. Trotz der vielen neuen Bauten iſt in allen Städten der Mangel an Wohnnngen fühlbar, weil jeder Einzelne ſich eine geräumigere Wohnung zu verſchaffen ſucht.“ ²)
Die Erkenntniß von der Wichtigkeit der guten Luft hat eine vollſtändige Umwand⸗ lung in der Behandlung der Kranken zur Folge gehabt, indem man jetzt vor Allem darauf bedacht iſt, ihnen eine hinreichende Menge friſcher Luft zuzuwenden. Man ſtellt in den Spitälern mit großem Koſtenaufwand eine künſtliche Ventilation her. ¹²) Typhus, Cholera und andere Krankheiten werden bei offenen Fenſtern, Verwundete in luftigen Zel⸗ ten mit dem beſten Erfolge behandelt. Durch möglichſt raſche Zerſtreuung der Verwun⸗ deten über einen weiten Raum iſt man den verheerenden Wirkungen jener Epidemien zu— vorgekommen, welche durch das Zuſammendrängen vieler Kranken in geſchloſſenen Räu⸗
bingen 1865, S. 239 Fg.„Die Sterblichkeit der Armeen in Europäiſchen Ländern ſank ſomit we⸗ nigſtens noch vor Kurzem felten unter 15— 20 von 1000 Mann, während ſie bei der männlichen Civil⸗Bevölkerung derſelben Altersklaſſen nur 8— 12 von 1000 Lebenden beträgt. Hiezu kommt, daß Schwache, Kränkliche, Phtiſiker u. ſ. f. beſtändig entlaſſen werden und jetzt die Sterblichkeit der Ci⸗ vilbevölkerung vermehren. Deshalb drücken obige Zahlen nicht oder ſelten die wirkliche ganze Mor⸗ talität der Truppen aus“. Wappäus, S. 213 fg. Im erſten Lebensalter ſtarben in den a dih liagehänſern in Petersburg von 1830— 33...... 50, 55% „„„ 1785— 97....... 76% „„„ 1772— 84....... 85% „ Belgien„ 1823— 33....... 54% „ Brüſſel............. 69% „ Gent.............. 62% „ Mons...„ 57% während die allgemeine Sterblichkeit der unehelichen Kinder-— und nur dieſe kommen hierbei in Be⸗ tracht— im erſten Lebensjahr beträgt: in Preußen von 1820— 34....... 23,6% „ Sachſen„ 1847— 49....... 28,9% „ Oeſterreich 1851......... 35,1% Vergl. Oeſterlen, S. 152. ²) Pettenkofer, S. 107. ²) In einem Londoner Gebärhauſe ſtarben jährlich 9,09%, nach Einführung künſtlicher Ventilation 1843— 50 nur 0,48%, als dieſe künſtliche Ventilation aufhörte aber doch einige der früheren Ver⸗ beſſerungen blieben, von 1850— 55 noch 2,67%. Vgl. Reclam das Buch der vernünftigen Lebens⸗ weiſe, S. 142 nach Rigby.
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