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Blaͤtter jenen Gegenſtand nicht wieder berühren koͤnnen. So gebieteriſch auch an vielen Stellen die Forde⸗ rung auftrat, daß das Paͤdagogium dem Interimiſticum, in das es im J. 1840 eingetreten war, enthoben und auf einen ſicheren Grund geſtellt würde: ſo hatte es doch den dahin zielenden Bemühungen nicht gelin⸗ gen wollen, jenen ſicheren Grund ausfindig zu machen und mit Einigung der ſtreitenden Intereſſen ein Ge⸗ bäude zu errichten, das die Gewaͤhr der Dauer in ſich trüge. Vermöge der ebenſo wohlwollenden als that⸗ kraͤftigen Theilnahme, welche Se. Excellenz der Herr Ober⸗Präſident von Jagow der Förderung dieſer Angelegenheit widmete, haben in jüngſter Zeit die Verhandlungen einen ſo günſtigen Verlauf genommen, daß ich in dem nächſten Programm über ein neues Statut, das beide Anſtalten grundſätzlich und unlösbar ver⸗ eint, frohe Kunde hoffe geben zu koͤnnen.
2. Sobald der in dem Programm von 1866 und 1867 erwähnte Schul⸗ und Predigtamts⸗Candidat Herr Johannes Ließ mit dem Schluſſe des Winter⸗Halbjahrs 186%¾ ſein pädagogiſches Probejahr vol⸗. lendet hatte, wurde derſelbe in die Stelle des 5ten ordentlichen Lehrers berufen, und da der im Programm von 1867 genannte Schulamts⸗Candidat Dr. Georg Schilling nach Beendigung ſeines Probejahrs zu Michaelis 1867 in die 6te Lehrerſtelle ſofort eintrat, war endlich der erwuͤnſchte Stand herbeigeführt, daß die Anſtalt keines außer⸗etatsmäßigen Hülfslehrers mehr bedurfte. Gleichwohl erwuchs für das eben zurück⸗ gelegte Winter⸗Halbjahr die Nothwendigkeit eines Interimiſticums dadurch, daß von des Herrn Miniſters Excellenz dem ordentlichen Lehrer Ließ die Erlaubniß ertheilt ward, an dem ſechsmonatlichen Curſus in der Königl. Central⸗Turnanſtalt vom 1. October 1867 ab Theil zu nehmen. Die Erſetzung ſeiner Lehrerkraft wurde gegeben durch den Schulamts⸗Candidaten Dr. Rudolf Karl Martin, der mit Genehmigung des Königl. Hochloͤblichen Schulcollegiums mit dem 1. October 1867 ſein Probejahr begann, indem er die meiſten Lehrſtunden des ord. Lehrers Ließ übernahm. Herr Martin, aus Punitz in der Provinz Poſen ge⸗ buͤrtig, hatte ſich, nachdem er Oſtern 1862 von dem Koͤnigl. Gymnaſium in Polniſch⸗Liſſa mit dem Zeugniſſe der Reife entlaſſen worden war, auf der Univerſität in Berlin für klaſſiſche Philologie und Geſchichte vorgebildet, bei derſelben Univerſitat nach beſtandener Prüfung und Vertheidigung einer Diſſertation ‚de fontibus Zosimi“ die philoſophiſche Doctorwuͤrde erlangt und endlich durch Zeugniß der Koͤnigl. wiſſenſch. Prüfungs⸗Commiſſion in Berlin vom 13. Auguſt 1867 die facultas docendi erworben. Außerdem geneh⸗ migte die hohe Behoͤrde, daß der Candidat der Philologie Dr. Johann Matthias Peter Witting vom 1. October 1867 ſein pädagogiſches Probejahr bei uns begönne. In Wirſitz in der Provinz Poſen geboren beſuchte Herr Dr. Witting beinahe 11 Jahre das K. Gymnaſium in Bromberg, ſtudierte, mit dem Zeugniſſe der Reife Oſtern 1860 entlaſſen, zuerſt in Greifswald und dann in Berlin bis Michaelis 1863 Philologie und erwarb im Juni 1867 bei der Königl. Univerſität in Halle a. d. S. nach beſtandener Prüfung und Vertheidigung ſeiner Diſſertation ‚de usu coniunctivi et optativi in enuntiationibus secun- dariis apud epicos graecos“ die philoſophiſche Doctorwürde.
3. Im Schuljahre von Oſtern 1867 bis Oſtern 1868 war die Frequenz der Anſtalt die folgende:
5 im unter ihnen Zeitraum. I. IIa. IIb. IIIa. IIIb. IV. V. ganzen Zöglinge des Hauſes Sommer⸗Halbjahr 1867 35 28 46 44 48 54 25 280 1t5 Winter⸗Halbjahr 186 35 30 40 46 52 44 29 276 120
Mit dem Zeugniß der Reife fuͤr die Univerſität verließen die Anſtalt:
A. Am Schluſſe des Sommer⸗Halbjahres 1867: 1. Paul Karl Johannes Ulrich aus Potsdam, evangel. Conf., 21 J. alt, 8 J. Alumnus des Waiſenh. u. des K. Paͤdag, 2½ J. in Prima, um in das Koͤnigl. Kriegsheer einzutreten. 2. Franz Albrecht Richardt Bohrdt aus Friedeberg i. d. N., evang. Conf., 20 J. alt, 12 J. Schüler des Paäd., 2 ½ J. in Prima, um die Rechte zu ſtudieren. 3. Adolf Karl Hein⸗ rich Schmidt aus Bernſtein, evang. Conf., 21 J. a., 5½ J. Zoͤgling des Paͤd., 2½˖ J. in Prima, um


