aber auch dadurch, daß er mit glücklichem Blicke in Trajan ſich denjenigen Mann zum Nach⸗ folger erkor, von dem er weitere Sicherung und gedeihliche Pflege ſeiner Stiftung im Geiſte ſeiner eigenen Regierung zuverſichtlich erwarten durfte. Und in der That hatte ſich unter der kraftvollen Regierung des„beſten“ aller Kaiſer das Inſtitut der Alimentation bedürftiger und verlaſſener Kinder einer Ausdehnung zu erfreuen, welche ſelbſt die ſchweren Ereigniſſe und Wechſelfälle auswärtiger Kriege nicht aufzuhalten vermochten.
Alsbald ſchon, nachdem Trajan von den frohen Hoffnungen und dem lauten Liebes⸗ jauchzen des ganzen Volkes erſehnt und begrüßt jenen Einzug in Rom gehalten hatte, wie ihn, der Schilderung des Plinius nach zu ſchließen, 55) kein Kaiſer weder vor noch nach ihm jemals gehalten hat, wandte er, dem ausdrücklichen Zeugniſſe des Caſſius Dio zufolge, 56) ſeine ganze Thätigkeit all dem Guten zu, wodurch er ſich als Wohlthäter zunächſt Italiens beurkundete, und darunter ganz beſonders den von Nerva begonnenen Anſtalten zur Alimentation bedürftiger Kinder, indem er theils in Rom fünftauſend Kinder durch Aufnahme in die Zahl der Ge⸗ treideempfänger verſorgte, theils dieſes Inſtitut der Wohlthätigkeit in beſonderer Weiſe über die übrigen Städte von ganz Italien ausbreitete. Die im Jahre 100 unſerer Zeitrechnung im Senate von Plinius gehaltene Lobrede Trajans, ſowie eine Dankesinſ chrift alimen⸗ tierter Knaben und Mädchen von Ameria und zwei merkwürdige Urkunden, ſogenannte Obli⸗ gationsdocumente über die zu Alimentationszwecken bei den Ligures Baebiani in der Nähe von Benevent und zu Veleja in der Gallia cisalpina beſtätigten Capitalanlagen, von welchen unten näher zu ſprechen iſt, endlich bezügliche Münzen bezeugen, daß dieſe kaiſerlichen Wohlthätigkeitsſpenden(largitiones) zu Gunſten bedürftiger Kinder von 100 n. Chr. durch die Jahre 101, 104 bis zum Jahre 112 fortgeſetzt worden ſind, ſo daß es zunächſt unentſchieden bleibt, ob ſie auch nach dieſer Zeit noch und bis zum Tode des Kaiſers(117) ſich wiederholt haben. ⁵7) Wie dem aber auch immer ſein mag, ausgemacht bleibt, daß die von einer wohl⸗
*s) Vgl. Panegyr. c. 20 sqq.; Francke a. a. O. S. 61 ff.
56) Caſſius Dio 68, 5: Eie dε ννᷣ un 1c490 0là 2moteα αμσ τε ιςνισιυσι τέ ταιπνν να 1008 Tdοσιυ τόσνvdνωαemν zεενυν τε dεαeeeντeς ιμεᷣdoννμεeos, de zal rais e62εαα τα⁴ νντ ες dds Ty rr naldονz οοmꝙπd ανασαα τά rourovs edegyerr.
⁵7) Vgl. Plinius Panegyr. c. 26, 27, 28; Henzen a. a. O. p. 21; die Inſchrift von Ameria iſt dem Trajan nomine puerorum puellarumque Ulpianorum geſetzt bei Grut. 1084, 7; Murat. 230, 5. Die Bronzetafel von Veleja wurde 1747, die der Ligures Baebiani 1831 gefunden; vgl. die oben A. 43 angegebene Literatur, insbeſondere Wolf, Francke und zuletzt Henzen a. a. O.; Becker⸗Marquardt III, 2 S. 114 nebſt A. 576 und 577; Orelli⸗Henzen 6664; Cramer S. 496 ff.; Krauſe S. 346, 348 ff.; Schück S. 4—5. Die erſterwähnte Bronzetafel weiſet, wie auch die Inſchrift von Ameria, auf das Jahr 101 hin(Henzen p. 11—12). Die bezüglichen Münzen Trajans mit ALIM ITAL(alimenta Italiae) zeigen den Kaiſer in der Toga, ſtehend oder ſitzend, de Hend ausſtreckend gegen


