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lichen Fortkommen in der Welt vor Allem eine gründliche Schul⸗ bildung nöthig iſt, und daß ſie ihren Kindern, die ſie mitten aus derſelben heraus, noch unreif an Geiſt und Körper, in den Stru⸗ del des Lebens werfen, unendlich ſchaden. Insbeſoudere möchten wir es auch den Herren Kaufleuten und ſonſtigen Gewerbtreiben⸗ den au's Herz legen und ſie dringend bitten, keinen Schüler, der nicht ſeinen geſetzlichen Kurſus in der Schule beendigt hat, in die Lehre zu nehmen. Nur ſo können wir hoffen, dieſer Unſitte, die leider hier in Frankfurt ſehr allgemein iſt, endlich gründlich zu ſteuern.
5) In dem Lehrplane unſerer Anſtalt treten mit dem be⸗ ginnenden Sommerſemeſter folgende Veränderungen ein. Um für das phyſiſche Wohl unſerer Zöglinge, gerade in den erſten Jahren, mehr noch als bisher Sorge zu tragen, haben wir die Einrichtung getroffen, daß Herr Kremer jeden Mittwoch oder Samſtag, weun das Wetter es erlaubt, ſeine Schüler in's Freie führen und, wo die Gelegenheit ſich darbietet, durch Betrachtung von Gegenſtänden der Natur und des Menſchenlebens ihr Anſchauungsvermögen zu bilden ſuchen wird. In der Klaſſe ll.“ haben wir die Zahl der Rechenſtunden von 3 auf 5 erhöht, indem wir dafür die ſeit⸗ herigen 2 Geſchichtsſtunden für das Sommerſemeſter haben fallen laſſen, welches um ſo eher geſchehen konnte, als nach der bisherigen Erfahrung das Geſchichtspenſum dieſer Klaſſe ſich recht wohl in 1 Semeſter bewältigen läßt.— Ebenſo ſind in der Klaſſe II.“ die ſeitherigen 3 Rechenſtunden durch 1 Stunde, die wir durch Verminderung der 6 deutſchen Stunden um 1 gewonnen haben, vermehrt worden.— In der Klaſſe III. war der naturgeſchichtliche Unterricht bisher auf die Realſchüler beſchränkt. Durch Benutzung einer der ſeitherigen 3 Schreibſtunden und durch Vermehrung der Geſammtſtundenzahl um 1 iſt es uns möglich geweſen, den natur⸗ geſchichtlichen Unterricht auch auf die Gymnaſialſchüler auszudehnen und gleichzeitig das geometriſche Zeichnen für die Realſchüler mit 1 St. w. zu beginnen.— Schließlich haben wir in Klaſſe IV. durch Benutzung einer der 3 Schreibſtunden die Zahl der fran⸗ zöſiſchen Stunden für die Gymnaſialſchüler um 1 St. vermehrt


