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der ſtudierenden Jugend der Geſchichtsunterricht und die Lektüre der Claſſiker— vor allen natürlich der Hiſtoriker und Redner— hinſichtlich der hier erforderten Beziehung des Antiken zum Mo⸗ dernen eingerichtet werden ſolle. Vor Allem bedarf es kaum einer beſondern Hervorhebung, daß ſowie die heilige Stätte der Schule niemals durch Hereinziehung politiſchen Parteihaders entweiht wer⸗ den darf, ſo auch natürlich bei obiger Anforderung Alles Politiſieren ferne zu halten iſt. Eben ſo wenig kann davon die Rede ſein, durch eine fortlaufende Vergleichung antiker und moderner Zuſtände den Geſchichtsvortrag oder die Claſſikerlektüre zu unterbrechen und zu zerſtücken: es kann vielmehr, wie uns ſcheint, zunächſt nur darauf ankommen unter ſtillſchweigender Vorausſetzung der Kenntniß bezüglicher Zuſtände aus der Gegenwart oder andeutender Hin⸗ weiſung auf dieſelben das Entſprechende aus der antiken Welt mehr, als bisher geſchehen iſt, hervorzuheben und zwar beſonders, um den Verlauf analoger Vörgänge und Ereigniſſe nach Urſache und Ausgang wie nach Wirkung und Folgen zur Be⸗ lehrung und Warnung aus den in objektiver Abgeſchloſſenheit vor unſern Augen ſich entrollenden Geſchichtsbildern des Alterthums vor⸗ zuführen. Bei der Lektüre der Claſſiker dürften die ſich darbieten⸗ den Details der Schilderung einzelner Perſönlichkeiten von Staats⸗ männern, Geſetzgebern, Feldherren u. a. m., von Kriegs⸗ und Friedenszuſtänden, wie überhaupt die Ermöglichung eines tieferen und näheren Einblickes in das Innere des öffentlichen und pri⸗ vaten Lebens der Alten, ebenſo leicht mannigfache Anläſſe zu einer nicht minder lehrreichen als erſprieslichen und eindringlichen Ver⸗ gleichung analoger Erſcheinungen aus der Neuzeit nahelegen.
Es findet nun aber dieſe wohlbegründete und für unſere Tage ſo überaus lehrreiche Auffaſſung und Darſtellung des Alter⸗ thums, insbeſondere dieſe mehr als je zeitgemäße Hervorhebung der pädagogiſch⸗hiſtoriſchen Bedeutung des öffentlichen Lebens der Griechen und Römer, der Stetigkeit und Vollendung ſeiner Einrichtungen, ſeiner Helden⸗ und Charaktergröße, weiter aber auch durch die Betrachtung des ſocialen und privaten Lebens der Alten und hier ganz beſonders und vor Allem wieder der


