Aufsatz 
Eindrücke und Beobachtungen während eines Studienaufenthaltes in Frankreich
Entstehung
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Nachdem ich im vorhergehenden die im deutschen Unterrichte an den franzõsischen höheren Schulen befolgte Methode ausführlich dargelegt habe, kann ich mich über den englischen Unterricht, dem ich beiwohnte, um so kürzer fassen, als ich hier genau dieselben methodischen Grundsâtze in Anwendung fand. Ich greife eine Stunde heraus, die ich am Lycée zu Montpellier horte. Es waren die Abteilungen B und D der Premiere vereinigt, also diejenigen beiden Gabelungen der Oberstufe, die lebende Fremd- sprachen in verstärktem Maße treiben. Gelesen wurde Sheridan, «The School for Scandal, woraus ein Abschnitt wiederholt und dann ein neuer durchgenommen wurde. Der Unterricht wurde fast ausschließlich in der fremden Sprache erteilt. Der Lehrer sprach ein ganz vorzügliches Englisch; das der Schüler war, wie ich es beim Deutschen gefunden hatte, von der mutter- sprachlichen Betonung und Lautgebung noch recht beeinflußt. Aber die Ausdrucksfähigkeit war durchaus befriedigend, und man merkte deutlich, daß die Schüler fest daran gewöhnt waren, in der fremden Sprache Rede und Antwort zu stehen. Die Art und Weise, wie der Lehrer den Text englisch erklärte und den Inhalt nach bestimmten Abschnitten zusammenfassen ließ, gefiel mir sehr. Mit großem Eifer merkten sich die Schüler die ge- schickten kurzen Wort- und Sacherklärungen, die gegeben oder auch gemeinsam gefunden wurden, in ihren Heften an. Der Lehrer kam auch auf einen englischen Vortrag zu sprechen, den die Schüler kurz zuvor gehört hatten, und die Antworten, die sie auf die darüber gestellten Fragen des Lehrers gaben(What was the subject of the lecture? What did you remark in the lecturer's pronunciation? What struck you in the lecture itself? u. s. W.), bekundeten, mit welchem Interesse und Verständnis sie dem Vortrage gefolgt waren. Aus dieser wie aus den anderen englischen Stunden, die ich hörte, gewann ich den Eindruck, daß auch der Unterricht in dieser lebenden Fremdsprache im ganzen auf der Höhe der direkten Methode steht, wenn auch das Deutsche im Unterricht der franzõsischen höheren Schule entschieden eine bevorzugtere Stellung einnimmt als das Englische.

Um mich vor Einseitigkeit im Urteil zu bewahren, wohnte ich gelegentlich auch nichtfremdsprachlichem Unterrichte bei. Als deutschen Neusprachler interessierten mich, schon um der Terminologie willen, besonders noch Franzõsisch, Geschichte und Erdkunde. In diesen und anderen Fächern, wo die Muttersprache zur Geltung kommt, konnte ich den regsamen

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