Aufsatz 
Beiträge zur Heimatkunde der Pfalz : 1. Teil. Schiller und die Pfalz / von Albert Becker
Entstehung
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Schiller über die Pfalz 61

(vielleicht aus Pauli?) gekannt hat, beweisen seine Bemerkungen zu Zweibrücken und dessen Zditiones Bipontinae:

Diese Gegenden scheinen mir indessen, wie die Rheinlande überhaupt, nicht recht für Literatur geeignet zu sein, höchstens für Poesie und ich bin Schillers Meinung,den Pfälzern klebt der Rebensaft zu sehr die Finger zusammen. Genuß kann die Vergnügungen der Einbildungskraft ent- behren, zu der man nur seine Zuflucht nimmt faute de mieux!

Es ist zwar nicht recht wahrscheinlich, daß Schiller über die Pfalz so hart geurteilt haben sollte; allein Paulis bestimmtes Zitat läßt auch wieder nicht leicht einen Zweifel an der Echtheit der Worte zu. Mag sein, daß Sch. an den uns aus GoethesHermann und Dorothea bekannten Dreiundachtziger dachte, den er aus nächster Nähe in Mannheim vielleicht kennen gelernt hatte. Wir verstehen aber nun, warum die Klage über die Gleichgültigkeit der Pfälzer gegenüber literarischen Dingen in unserer Heimatliteratur stets wiederkehrt: Schiller war hierfür der klassische Gewährsmann geworden. Aufdiese angebliche Äußerung Schillers habe ich bereits in:O, Lyons Zeitsch.f. d. ne Unterr. XX(1906) S. 723 hingewiesen.