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wieſen worden war, ſowie der an der Königl. Central⸗Turnanſtalt in Berlin gebildete Elemen⸗ tarlehrer Hormel, welcher durch Verfügung der hohen Behörde mit der Ertheilung des Turn⸗ und Zeichnen⸗Unterrichts an hieſiger Anſtalt beauftragt war, in ihr Amt eingeführt. — Der erſte Oberlehrer, Profeſſor Müller, welcher an der Anſtalt 27 Jahre lang mit treuer Hingabe an ſeinen Beruf gewirkt hatte, war am 1. October mit Penſion in den Ruheſtand getreten. Der fünfte Oberlehrer, Dr. Schlüter, war als Prorector an das Gymnaſium zu Ratibor verſetzt worden, nachdem er an der hieſigen Anſtalt 3 ½ Jahr lang die eifrigſte und berufsfreudigſte Wirkſamkeit entfaltet hatte.
Nachdem durch die Penſionirung des Profeſſors Müller die erſte Oberlehrerſtelle erledigt war, rückten nach der unter B. mitgetheilten Verfügung der höchſten Behörde die drei folgen⸗ den Oberlehrer in die vorangehenden Stellen auf, die vierte Oberlehrerſtelle wurde dem am Marien⸗Gymnaſium zu Poſen angeſtellten Gymnaſiallehrer Dr. Brutkowski über⸗ tragen.— Die fünfte Oberlehrerſtelle wurde nicht wieder beſetzt.
Am 9. November, morgens 3 ¾ Uhr, verſchied nach nur viertägiger Krankheit ganz un⸗ erwartet in Folge einer Lungenlähmung im 66. Lebensjahre der Gymnaſial⸗Director Oberſchulrath Dr. Eduard Weſener. Die Beerdigung fand am 11. Novbr. morgens 9 Uhr in würdiger, feierlicher Weiſe ſtatt. Der Verſtorbene hat ſich in den Herzen der Lehrer und Schüler, ſowie aller, welche ihm näher getreten ſind, das beſte Andenken geſichert. Er hat an der hieſigen Anſtalt als Leiter derſelben im Herbſt 1862 ſeine reichgeſegnete Thätigkeit be⸗ gonnen. Vorher hatte er, nachdem er ſeit Herbſt 1832 theils in Paderborn, theils in ſeiner Vaterſtadt Recklinghauſen, theils in Culm, theils in Coblenz als Lehrer gewirkt hatte, vom Frühjahr 1850 an dem Gymnaſium zu Fulda als Director vorgeſtanden.„Er war“, ſo ur⸗ theilt ein Mitglied des hieſigen Collegiums über ihn,„er war ein gründlicher Gelehrter, ein trefflicher Schulmann, ein berufstreuer, gewiſſenhafter Director und ein aufrichtiger Freund des Vaterlandes.“
Die interimiſtiſche Leitung der Anſtalt übernahm der unter B. mitgetheilten Verfügung gemäß der erſte Oberlehrer, Profeſſor Meiſter.
Am 19. November wurde der Collaborator Wilhelm Bill beerdigt, welcher im Sommer⸗ ſemeſter freiwillig am hieſigen Gymnaſium Unterricht ertheilt, dann hier als Privatmann ge⸗ lebt hatte und am 17. November in Folge eines Blutſturzes auf der Straße niedergefallen und verſchieden war. An ſeinem Leichenbegängniß betheiligte ſich die Anſtalt durch eine Depu⸗ tation von Lehrern und Schülern. Er war der Sohn des im verfloſſenen Jahre in Dillen⸗ burg verſtorbenen Profeſſors Bill, der auch an hieſiger Anſtalt eine Reihe von Jahren gewirkt hatte.
Am 21. November wurde der Oberlehrer Dr. Brutkowski in das Lehrercollegium ein⸗ geführt, und am 24. ej. begann derſelbe ſeinen Unterricht.
Joſeph Brutkowski, geboren den 17. März 1829 zu Poſen, wurde auf dem Marien⸗Gym⸗ naſium in ſeiner Vaterſtadt vorgebildet und bezog dann die Univerſität Breslau, um Mathe⸗ matik und Naturwiſſenſchaft zu ſtudiren. Nachdem er zwei Jahre ſpäter ſeine Studien unter⸗ brochen, um in Poſen den einjährigen freiwilligen Militärdienſt abzuleiſten, beſuchte er die Univerſität zu Berlin, wo ihm 1859 der philoſophiſche Doctorgrad ertheilt wurde. Gegen Oſtern des folgenden Jahres beſtand er die Prüfung pro fac. doc. und abſolvirte dann am Marien⸗Gymnaſium zu Poſen das geſetzliche Probejahr, wo er auch bis zu ſeiner Verſetzung nach Hadamar als Lehrer gewirkt hat. Seine Amtsthätigkeit wurde zweimal unterbrochen, das erſte Mal 1866, wo er als Second⸗Lieutenant zu den Fahnen berufen wurde, das zweite


