Aufsatz 
Einige Ergebnisse der Registrierung von Luftdruck und Temperatur auf der Danmark-Expedition nach Nordostgrönland / von Walther Brand
Entstehung
Einzelbild herunterladen

- 36

mengen sind wärmer als die von der Hôhe des Inland- eises herabkommende Luft, wo solche Schmelz- und Gefrier- prozesse schon nicht mehr vorkommen, so dass die Ampli- tude wieder grösser wird als im Juli. Die untersten Luftschichten sind also jetzt wärmer als die darüber liegenden, die starke Temperaturumkehr, die im Juli beobachtet wurde, muss also im Herbst verschwinden, was durch Drachenaufstiege nachgewiesen wurde. Die Richtigkeit dieser Ueberlegungen wird bestätigt durch Beobachtungen in der Ausguckstonne am Grossmast. Ein weiterer Beweis ist das um diese Zeit häufig beob- achtete Vorkommen von Luftspiegelungen nach unten, welche warmen Boden und darüber kältere Luft vor- aussetzen.

Auch die aperiodische Amplitude der Temperatur, deren Wert natürlich grösser ist als der der periodischen, zeigt ein Maximum und zwar auch das Hauptmaximum im April. Von einem regelmässigen Gang derselben kann man aber wohl kaum sprechen. Ihr Mittelwert ist 5,8⁰. Den grössten Wert von 6,79 erreicht sie im Frühjahr, den kleinsten im Herbst. Im Winter sind die aperiodischen Aenderungen grösser(6,0) als im Sommer(5,3).

Extremtemperaturen.

Die absoluten Extreme hatten in den beiden Beobach- tungsjahren die folgenden Werte:

Maximum Minimum August 1906 Juli 1907:+ 12,3⁰(18. Juli 1907) 40,9(11. Mär⸗z 1907) August 1907 Juli 1908:+ 17,10(7. Juli 1908) 38,3⁰(22. Feb. 1908)