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Reihe der oben stehenden Tabelle gibt die Mittelwerte aus den Mitteln je zweier August-, Septembermonate u. s. f. an. Nach diesen Werten ist auch der jährliche Gang des Luft— drucks in Fig. 2 graphisch dargestellt. Man erkennt darin ein ausgeprägtes Maximum im Frühjahr und einen relativ niedrigen Druck im Winter. Diese beiden Phänomene sind beiden Jahren gemeinsam. Nur fällt das Maximum im ersten Jahre in den Mai, im zweiten in den April. Für 80° n. B. ist das Maximum im April, für 71° im Mai beobachtet. Danmark-Havn liegt unter 76⁰°„, nimmt also eine mittlere Stellung ein. Ausserdem kann man noch ein sekundäres Maximum im Dezember(l. Beobachtungsjahr) bezw. im November(2. Jahr) beobachten.
Dies sekundäre Maximum ist von besonderem Inter— esse. Es ist wiederholt in Polargebieten neben einem primàâren stärker ausgeprägten Maximum beobachtet worden, zuletzt auf der Gaußstation im Südpolargebiet im Monat Juni, der dem Dezember der nôrdlichen Halbkugel ent- spricht, ist also offenbar eine allgemeine beiden Polar-— gebieten gemeinsame Erscheinung. Andrerseits fehlt es wieder in den Beobachtungen z. B. der Germaniaexpedition unter Koldewey und einer schwedischen Gradmessungs— expedition nach Spitzbergen. A. Wegener kommt durch Vergleich der jeweiligen Eisverhältnisse— mit allem Vor— behalt wegen der Unzulänglichkeit des Materials— zu einem interessanten Schluss. Er meint, der Zeitpunkt des Eintretens dieses sekundâren Maximums sei hauptsächlich eine Folge der Eisverhältnisse in der Umgebung der Station; er werde nämlich zeitlich um so mehr hinaus- geschoben, bis zum gänzlichen Aufgehen im Haupt— Maximum, je mehr eisfrei die Umgebung der Station sei. Wenn sich dies bestätigte, so würde es ja von grosser Bedeutung für die Polarschiffahrt werden können. Denn man würde z. B. bei einem frühzeitigen Eintreten des Maximums mit einer starken Eisbedeckung im kommenden


