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obachtet, die auf eine Hebung der Küste, oft bis zu 100 m, zurückgeführt wurden.
Die Küste besteht vorwiegend aus kahlem Gneis, weil die Sedimentgesteine der Abrasion des Inlandeises zum Opfer gefallen sind. An manchen Stellen wurden aber noch Reste von Sedimenten aufgefunden, einige von diesen Schichten erwiesen sich als kohleführend. Auch Fossilien fanden sich öfters in diesen Sedimenten; eine befriedigende Sammlung von Versteinerungen wurde mit heimgebracht. Interessant waren auch die Funde von Spuren eines vor Zeiten an der Küste ansässigen Eskimostammes in Gestalt von Zeltringen, Winterhausruinen, Gräbern, ferner im Schutze der Hausruinen zahlreicher Hausgeräte, Waffen, Spielzeug, Knochen von Jagdtieren u. a., sodass man sich ein recht zuverlässiges Bild von den Lebensgewohnheiten dieses untergegangenen Volkes machen kann. Solche Spuren konnten bis in den Peary-Kanal verfolgt werden. Die Vermutung liegt also nahe, dass der Stamm durch den Kanal nach Osten gewandert ist, wo er aber den harten Lebensbedingungen nicht mehr gewachsen war.
Auch die Fauna und Flora des Landes wurden ein-— gehend untersucht. Im Vordergrund standen Feststellungen über die Abnahme des schon von früher her gut bekannten organischen Lebens, daneben das Studium der Lebens-— bedingungen und der Lebensweise der Tiere und Pflanzen unter den eigenartigen klimatischen Verhältnissen, was durch den langen Aufenthalt an ein und derselben Stelle erleichtert wurde. So wurden z. B. die Brutverhältnisse vieler seltener Vôgel aufgeklärt, wie des Strandlâufers, der isländischen Ryle, des Thorshahns u. a. Aber auch über die besser bekannten Tiere wie Bär, Moschusochse, Lemming, Walross usw. wurden zum Teil neue biologische Aufschlüsse gewonnen. So wurde, um nur eins zu er— wähnen, festgestellt, dass das Walross gelegentlich auch Robben nicht als Nahrung verschmäht.


