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Seien Sie opferbereit; vielleicht iſt die Zeit nicht mehr fern, wo wir geprüft und verſucht werden müſſen, ob wir auch mit der Taufe ſchwerer Opfer uns können tau⸗ fen laſſen: und dann ſtärken Sie ſich im Aufblicke zu Dem, der unſre Sünden geopfert hat an ſeinem Leibe auf dem Holze; der aber von keinem Märty⸗ rerblute erreicht wird.
So habe ich zu unſerm Abſchiede die bedeutſame Frage Ihnen vorgelegt, die aus der Kirche, zu deren Dienſt Sie ſich bereitet haben, bald Ihnen, Entſcheidung fordernd, entgegentönt. Viel, viel fordert die Frage des Herrn:„Könnt ihr den Kelch trin⸗ ken, den ich trinken werde, und euch taufen laſſen mit der Taufe, da ich mit getauft werde?, Viel zumal in einer Zeit, wie die beutige, die eine Gereiztheit gegen unſern Stand hier und da offenbart hat, nach deren Grund wir vergeblich ſu⸗ chen möchten bei der demüthigſten Erkenntniß der eignen Mängel, Gebrechen und Sün⸗ den, wenn nicht geſchrieben ſtünde:„Die Welt liebet die Finſterniß mehr als das Licht, und haſſet das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß ihre Werke nicht geſtraft werden, denn ihre Werke ſind böſe.— Daher konnte es kommen, daß dort, wo man zu Rathe ſaß über Staats verfaſſungen und Volksrechte, man Stimmen hörte, die gern von der Erde uns weggewieſen hätten; und wenn man nicht in den Himmel uns einbürgern, doch auch in gebeucheltem Mit⸗ leid nicht grade in die Hölle uns ſtoßen wollte, ſo wies man uns gleichſam auf einen Boden, wo wir jenem zweifelhaften Geſchöpfe gleichen, das nicht Vierfüßler, nicht Vo⸗ gel, im Dämmerſchein des hinabſinkenden Lichts ſein unbeneidetes Daſein friſtet.
Laſſen Sie ſich durch ſolche trübe Bilder nicht irre machen an froh bewegten Hoffnuugen, mit welchen Sie die Hand an den Pflug Ihres Tagewerkes legen wollen. Sie kennen den Meiſter, der jene Frage unſeres heutigen Bedenkens ſtellte. Sie wiſ⸗ ſen, daß er ein Recht hat, ſeinen Jüngern die Bahn vorzuzeichnen, auf der er voran ſein Kreuz getragen hat; aber vergeſſen Sie auch nicht, daß er jetzt und immerdar den Blick auch hat hinab in Ihre Gemüther und weiß, ob Sie ein freud ge; Ja! be⸗ reit haben auf die Frage: Könnt ihr euch taufen laſſen mit der Taufe, da ich mit getauft werde?
So rede ich nichts weiter von lohnenden Ausſichten Ihres Berufes. Ich ver⸗
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