Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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ich trinken werde? deutet den Kelch auch der Entſagung auf der Welt Herr⸗ ſchaft.

Der Meiſter, der da ſpricht:Mein Reich iſt nicht von dieſer Welt! der will nicht, daß ſeine Diener darum kämpfen; und der Segen der Kirche iſt jedes Mal da verkümmert, wo unter dem Frieden und der Freiheit, die das Kreuz verheißet und den Blick aufwärts ziehen, man heimlich die Seelen zu feſſeln ſucht in irdiſche Dienſtbarkeit. Mit dem Namen des Pfaffen zeichnet das Volk den, der ſeines Beru⸗ fes vergeſſen nach Ehre und Herrſchaft jaget, wo wir nicht Herrn des Glaubens und der Gewiſſen, ſondern nur Gehilfen ſein ſollen ihrer Freude in Chriſto.

In ſolchem hierarchiſchem Streben iſt ein Theil des Haſſes geboren und der Bit⸗ terkeit, welche die letzten Zeiten oft in herben Stimmen unſerm Stande entgegengerufen haben. Wir mögen ſie beachten, wohl beachten, wenn wir auch wiſſen, daß die Will⸗ kühr, die unter dem begeiſternden Namen der Freiheit los ſein will von jedem Ge⸗ ſetz, vor Allem das Gottesgeſetz in den Staub zu treten ſucht, weil es allein die weltlichen Geſetze zu ſtützen vermag. Darum reckte ſie ſich auch gegen die Diener des Gottesgeſetzes, die waffenlos zwar, aber nicht ohnmächtig, die Kreuzesfahne nicht ſinken laſſen wollten, die ſie aus deſſen Hand und in deſſen Kraft tragen, der ſie zuerſt dort⸗ hin pflanzte, wo Grab und Tod überwältigt zu ſeinen Füßen lagen, und ſo die mäch⸗ tigſte Gewalt gebrochen war, die über der Erde herrſchet.

Wer der Größeſte ſein will, der ſei des Andern Knechtn: das die Erklärung aus demſelben Munde, der die Frage ſtellt: Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?

Daß endlich in dem Kelche, der Ibnen geboten werden ſoll, auch Entſagung auf der Welt Freuden und Genüſſe beſchloſſen iſt; daran laſſen Sie mich nur vorübergehend mahnen.

Wer bei allem lebendigen, bochſtrebenden Drange überzeugungstreu auf der Welt Ehre und Herrſchaft Verzicht geleiſtet hat, den werden aach jene geringeren Güter nicht zu feſſeln vermögen. In dem Stillleben eines wahrhaft gottesfürchtigen Hauſes ge⸗ deiht am beßten Sinn und Kraft zum Berufe der Seelſorge; und was Gottes Freund⸗ uchkeit draußen auf ſegengekrönten Fluren thut, heilt am mildeſten, wo Menſchenver⸗