Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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Apologetilche Würdigung der Kindertaufe.

Die Aufſchrift der hier folgenden Abhandlung wird es nicht vermeiden laſſen, daß manches Auge ſie von vornherein mit einem nichts weniger als günſtigen Vorur⸗ theile anſieht. Viele des ſogenannten gebildeten Standes werden ſie ohne Weiteres von der Hand weiſen, zumal in einer Zeit, wo man ſo bereit iſt, die Vergangenheit ſammt Allem, was ſie an ſtaatlichen und kirchlichen Einrichtungen geſchaffen hat, mit flüchtigem Urtbeile als eine Ausgeburt der Beſchränktheit, der Geiſtesarmuth, der Selbſt⸗ ſucht, des Aberglaubens ꝛc. zu bezeichnen, mit ſtürzender Haſt es bei Seite zu thun und möglichſt raſch der Vergeſſenheit zu überantworten. Als ſtünden wir auf der Höhe jeder menſchlichen Bildung, als feierten wir jetzt das goldene Zeitalter ſtaatlicher und kirchlicher Tüchtigkeit, ſo geringſchätzig ſind die Blicke, mit welchen man auf das berabſchaut, was ohne unſer Zuthun mit ſeinem Beſtande in die beutige Zeit hereinge⸗ treten iſt.

Vollends die Kindertaufe, eine Sitte, die mit ſo manchen Unzuträglichkeiten zu kämpfen hat, von der ſelbſt mancher Geiſtliche, der von ganzem Herzen es redlich mit ſeinem Amte und mit der Kirche des Herrn zu meinen glaubte, im Stillen ge⸗ wünſcht haben kann, daß ſie einer erbaulicheren, wohl practiſcheren, Ordnung Platz machen möchte: wer die Kindertaufe zum Gegenſtand einer wiſſenſchaftlichen Apologie nehmen will, der muß ein kirchlicher Reactionär ſein; und mit dieſem Worte iſt dem vorliegenden Verſuche das raſch verwerfende Urtheil geſprochen.

Aber deßungeachtet folge ich einem Drange meines Herzens und meiner theologi⸗ ſchen Ueberzeugung; ob ich auch weiß, daß eine ſchwer zu überwindende Oppoſition

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