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IV.
Literaturgeſchichte nach Piſchon's Leitfaden. Nach einer allgemeinen Einleitung wurden die vier erſten Perioden mit erläuternden Beiſpielen und Erklärung der verſchiedenen Dichtungsgattungen durchgenom⸗ men. Häufige Uebungen im mündlichen Vortrag und ſchriftliche zum Theil unter Aufſicht, zum Theil zu Hauſe gefertigte Bearbeitung folgender Aufgaben: 1) Dem Fleiße reifen goldene Saaten. 2) Beſchrei⸗ bung des Frühlings. 3) In wie fern iſt der Anblick der Natur eine Erhebung und Demüthigung für den Menſchen? 4) Schaffen und Zerſtören, der ewige Kreislauf der Natur. 5) Die Stürme in der Natur ein Bild der Leiden im Menſchenleben. 6) Charakterſchilderung des Undankbaren. 7) Charak⸗ terſchilderung des Weichlings. 8) Ueber die Eiſen⸗ bahnen. 9) Der Abſchied vom Gymnaſium. 10) Ueber die Stelle bei Horaz epp. 1, 1,53: O cives, cives quærenda pecunia primum est, Virtus post nummos! Lex, Direktor.
2. Lateiniſche Sprache.
Kl. wöch. 9 St. Die Deklinationen, die Kompa⸗ ration, das Zahlwort, die Pronomina, die regel⸗ mäßigen Zeitwörter, die Präpoſitionen und Depo⸗ nentia wurden nach Madwig⸗Fiſcher's Gram⸗ matik eingeübt, die betreffenden Beiſpiele aus S pieß Leſebuch, I. Abthlg., bis zum 25ten Kapitel theils mündlich, theils ſchriftlich überſetzt. Wöchentliche Exercitien. Bogler.
Kl. wöch. 9 St. Wiederholung der regelmäßigen und Einübung der unregelmäßigen Formen; die wichtigſten ſyntaktiſchen Regeln und mündliche und ſchriftliche Ueberſetzung der Uebungsbeiſpiele hierzu, ſowie der Erzählungen und Beſchreibungen des Zten Abſchnittes von Spieß' Uebungsbuch für Quinta. Memoriren der Vokabeln und einiger lateiniſchen Leſeſtücke. Wöchentliche Exercitien nach Diktaten. Weldert.
Kl. wöch. 9 St. Wiederholung der Formenlehre. Ableitung und Zuſammenſetzung der Wörter. Syn⸗ tax nach Spieß„die wichtigſten Regeln der Syn⸗ taxis“ bis zur Tempuslehre excl., eingeübt an den Beiſpielen aus Spieß' Uebungsbuch für Quarta. Geleſen und theilweiſe memorirt im Sommer: Corn. Nep. Ham., Hann., Milt.; ſodann im Winter: Arist., Paus., Cim., Lys., Alc., Thras., Con., Iphicr., Chabr., Timoth., Epam., Pelop.. Exercitien meiſt nach Diktaten. Schmitthenner.
Kl. wöch. 9 St. Geleſen wurde Casar de bello Gall. lib. IV, V, VI, 9— 28. Wiederholung und Befeſtigung der Caſuslehre, dazu Einübung der wichtigſten Regeln aus der Tempus⸗ und Modus⸗ lehre, nach Spieß Uebungsbuch; wöchentlich 1.
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Exerc. schol. nach Diktaten und 2 Ex. domest. aus Spieß. Memorirübungen. Wöch. 7 St. Otto.
Erſte Einführung in die poetiſche Lektüre nach Siebelis: Tirocinium poeticum, aus welchem geleſen und zum Theil memorirt wurden Seite 1 bis 11, und von den„größeren Abſchnitten aus Ovid“ 1, 2, 3, 4, 5, 8, 10, 12. Wöch. 2 St. Lüdecking.
III. Kl. wöch. 10 St. Die Caſus⸗, Tempus⸗ und Mo⸗
II.
duslehre nach Spieß' Regeln u. ſ. w. und Ein⸗
übung derſelben durch ſchriftliches oder mündliches Ueberſetzen der bezüglichen Uebungsſtücke in Spieß' Uebungsbuch IV.
Geleſen wurde im Sommer: Cic. or. pro rege Dejotor., im Winter: Liv. I, 1—18. Wöchentlich 7 St. Seyberth..
Poetiſche Lektüre: Nach einer kurzen Einleitung zu Ovids Leben und Schriften wurden aus letzteren nach Friedemanns Chreſtomathie geleſen und erklärt: 1) Die Schöpfung der Welt und die vier Zeitalter. 2) Die große Erdſündfluth. 3) Deuka⸗ lion. 4) Nordiſcher Winter. 5) Freuden des Land⸗ lebens. 6) Oreſtes und Pylades. 7) Phalaris. 8) Freundſchaft im Unglück. 9) Unbeſtand des Glücks. 10) Dankſchreiben. 11) Der Dichter an ſeine Tochter. 12) Untreue des Freundes. 13) Der Dichter an ſein Buch. 14) Seereiſe. 15) Abſchied von Rom. 16) Das Buch an den Leſer und aus Clau⸗ dian 17) Ländliche Ruhe.— Dabei wurden die wichtigſten Regeln über die Quantität der Silben und das daktyliſche und elegiſche Versmaß durch⸗ genommen. Wöch. 3 St. Lex.
Kl. wöch. 10 St. Grammatik und Exercitien: Aus Madvig's Grammatik wurden die Kapitel über die Tempora und Modi im Zuſammenhang durch⸗ gegangen. 1 St. wöch. Zu Stilübungen wurde Süpfle 2ter Curſus benutzt und wöch. 1 Abſchnitt zu Hauſe und ein 2ter in der Klaſſe ſchriftlich über⸗ ſetzt und nach der Korrektur beſprochen. 3 St. wöch.
Lektüre: 1) Proſaiſche: Im Sommer: Sall. Cati- lina; im Winter: Cic. p. Milone. Privatim: Sall. Jugurtha. 4 St. wöch. Bernhardt, Profeſſor.
2) Poetiſche: Nach einer kurzen Einleitung zu Virgils Leben und Schriften wurden im Sommer beinahe das ſechste Buch der Aeneide und im Win⸗ ter gleichfalls nach einer Einleitung zu Horaz Leben und Schriften und ſeiner Versmaße die vier letzten Oden des zweiten und die 14 erſten des dritten Buchs mit Ausnahme der 10ten und llten geleſen, erklärt und die Oden auswendig gelernt. Wöch. 2 St. Lex.
Kl. wöch. 8 St. Geleſen wurde Cicero de orat.
l und III. Tusc. quæest. lib. II. Tacit. Ann. lib. IV.
Stilübungen theils nach Nägelsba ch’s Uebb., 6
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