Aufsatz 
Geschichte des deutschen Schulwesens in Frankfurt a. Main bis zur Gründung der Musterschule; die ersten Jahre dieser Anstalt selbst und ihre ersten beiden Oberlehrer. Anhang: 1.) Älteste Schulordnung für die deutschen Schulen zu Frankfurt/M. von 1591. 2.) Die erste öffentliche Prüfung in der Musterschule 12. und 13. Juli 1804. 3.) Das erste Schülerverzeichnis der Musterschule von 1804
Entstehung
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. 14 Nach der Aussage Pauli's war es damals noch in allgemeinem Gebrauch, übrigens veine unschul- dige Freude der Schulkinder.« Das Verbot muß noch ganz neu gewesen sein. Xhnlich wurden 1715 in Nürnberg die sogenannten Kreuzfahrten der Schulmeister mit ihren Schulkindern, welche processionsweise vor's Thor gingen und bei denen wohl auch die Vorstellung einer Braut und eines Bräutigams unter Spielen und Tanzen stattfand, verboten. Freilich fanden sich dort auch Eltern, Mägde und anderes Gesinde ein und es entstand»geldversplitterndes Zechen und Schwelgen.«

Die Schulmeister, welche jene älteste Ordnung entworfen hatten, wollten auch die fran- zösischen Schulmeister in dieselbe mit aufgenommen und Verpflichtung auf die Augsburger Konfession besonders betont sehen. Beides wird schon aus früheren Auseinandersetzungen sich leicht erklären. Welche Bedingungen für Errichtung einer französischen Schule gestellt wurden, lüßzt sich nicht genau ersehen, in späterer Zeit kommen immer 24 besondere französische Schulen vor, außerdem daß einigen Schulmeistern gestattet ist, französischen Unterricht zu geben. Die pädagogische Qualifikation war öfter ziemlich zweifelhaft. Strenge Bewachung lutherischer Rechtgläubigkeit schien hier besonders geboten, da die Gefahr der Einschleppung calvinistischer Glaubensanschauungen nahe lag, wie denn auch häufig Winkelschulhalter als reformiert bezeichnet wurden. Ein besonders hartnäckiger Kampf wurde 1754 bis 1762 gegen den Zeichenmeister Roland geführt, der eine Art Akademie gegründet hatte. Er hatte sich 1746 hier niedergelassen anfangs als Maler, da er aber sein Brod nicht damit hatte erwerben können, beschloß er, sich der Erziehung der Jugend zu widmen, c'est-a-dire à enseigner le français et le dessin, de méme qu'd former les enfants aux bonnes moeurs et aux bonnes manières. Er er- hielt bald Schüler und Pensionäre, versäumte»nur aus Unwissenheit über die Frankfurter Ver- hältnisse« die Permission nachzusuchen und dehnte nun seine Unternehmung weiter aus auf die Anfünge der Geschichte, auf deutschen Schreibunterricht durch Schulmeister Pfeiffer, Klavier- Unterricht durch den Kapellmusiker Wißmann, Italienisch durch Ricardi, Tanzen durch Ferrand. Im Französischen unterstützte ihn Guyot, gleich ihm aus Paris und reformierter Konfession. Die peiden permissionierten französischen Schulmeister Bedart und Foly liefen Sturm und erklärten, es laufe wider göttliches und natürliches Gesetz, wenn ein Bürger so in den Erwerbszweig eines anderen übergreifen dürfe. Ganz entsprechend behaupteten die deutschen Schulmeister im Kampfe gegen Büchner, es drohe dem gemeinen Wesen Verwirrung, wenn ein Mann, der auf ein bestimmtes Gewerbe, in diesem Falle Buchhalterei(Rechnen und Schreiben) Bürger gewor- den, in ein andres Gewerbe überginge. Das Konsistorium in Besorgnis, es möchte eine ordent- liche reformierte Schule entstehn, nimmt gegen Roland Partei, und obgleich er sich auf die Ab- stammung seiner Frau, einer geborenen le Claire aus alter Frankfurter cäsarischer Bürgerfamilie be- ruft, obgleich eine große Anzahl angesehener Männer, ich nenne nur die Namen Bansa, de Bary, Breviller, du Fay, Grunelius, von Humbracht, d'Orville, Passavant, Städel für ihn eintreten, gelingt es ihm nicht, Bürgerrecht und Permission zu erhalten. Auch der Rektor des Gymnasiums Albrecht tritt gegen ihn auf, allerdings namentlich auch, weil er dem Gymnasium Schüler aus angesehenen Familien abspenstig macht, da er auch durch einen Studenten lateini- schen Unterricht erteilen läßt. Er nennt ihn einen Deserteur und erzählt, schrecklich zu sagen, daß bei Roland sogar nach dem Essen statt erbaulicher Abendlieder lustige französische Lieder gesungen werden sollten. Es entstehe überdies von den vielen fremden studiosis(den Pensionären Rolands), von denen man nicht einmal wisse, ob sie Christen oder Juden, Gefahr für die Sitten. Roland verteidigte sich aber als tapferer Held durch alle Instanzen und scheint qurch seine einflußreichen Gönner gehalten zu sein, wenigstens erläßt er noch am 9. März 1762