Aufsatz 
Der Umzug aus dem alten in das neue Schulgebäude und die Einweihung des letzteren / F. Eiselen
Entstehung
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Hierauf erwiderte Herr Provinzialschulrat Dr. Rumpel. ¹) Er drückte zunächst seine Freude darüber aus, daß ihm der ehrenvolle Auftrag geworden sei, als Vertreter des Provinzial- Schulkollegiums der Feier beizuwohnen und dessen Glückwünsche zu überbringen. Die treffliche Fürsorge der städtischen Schulbehörden für die hiesigen Schulen habe sich auch an diesem Bau wieder bewährt. Es müsse eine Lust sein hier zu lehren und zu lernen. Er sei überzeugt, die Schule werde hier ferner gedeihen unter der bewährten Leitung des jetzigen Direktors. Dann mahnte er die Schüler vor allem zur Gottesfurcht und zur Liebe gegen Kaiser und Reich und schloß mit den Worten: Gottes Segen für dieses Haus!

Die Versammlung stimmte an:»Nun danket Alle Gott!« und die Feier war zu Ende. Sie hinterließ bei den Anwesenden jedenfalls einen würdigen Eindruck.

Am Nachmittag sollte ein gemeinsamer Ausflug mit allen, auch den kleinsten, Schülern nach Wilhelmsbad stattfinden, um dort in harmloser Weise in dem schönen Parke allerlei Spiele zu treiben und dann nach eingenommenem Kaffee bei Zeiten heimzukehren. Das Wetter gestattete es nicht, und wir mußten diese fröhliche Ausfahrt bis auf weiteres verschieben. Endlich am Dienstag Nachmittag in der darauffolgenden Woche fand sie statt. ²) Von einem kleinen Musikcorps begleitet, fuhren wir auf der Eisenbahn vor 2 Uhr Nachmittag ab und brachten nun einige Stunden mit ernsteren Wettübungen und heiteren volksmäßigen Spielen zu. Die Klänge der Musik belebten die Stimmung. Wir freuen uns, unsern erwachsenen Schülern im allgemeinen das Zeugnis ausstellen zu dürfen, daß wir sie bei solchen Gelegenheiten frei finden von Blasiertheit, die dergleichen unter ihrer Würde hält, wie auch von jenem jetzt so häufig beklagten Materialismus der Jugend, der nur in eigentlichen Kneipereien Genuß findet. Großen Dank verdiente sich eine Anzahl von Müttern und Tanten, welche bei der Bedienung der mittlerweile hungrig und durstig gewordenen ungefähr 500 Schüler wesentliche

Dienste leisteten.

¹) Wir hatten gehofft den Text dieser längeren warmen Rede zu erhalten und sind nun, da es nicht möglich war, auf diesen kurzen Auszug angewiesen.

²) Man hat es getadelt, daß zu solchen gemeinschaftlichen Schulfesten Schulnachmittage verwendet werden und nicht freie Nachmittage; aber abgesehen davon, daß die Witterung auf die schulfreien Nachmittage keine Rücksicht nimmt, abgesehen von mancherlei Hemmnis durch Privatstunden der Schüler, dürfte man leicht finden, wenn man nicht von vorgefaßten Meinungen ausgeht, daß und warum es etwas ganz andres ist, ob ein Schulfest, wie irgend ein andres Vergnügen, in schulfreie Zeit fällt, oder ob innerhalb der Schulzeit eine solche harmlose Gemeinschaft zwischen Lehrern und Schülern an Stelle des gewöhnlichen Unterrichts tritt. Der Verlust an Arbeitszeit wird reichlich ersetzt durch den ethischen Gewinn; natürlich dürfen solche Feste nur selten

vorkommen.