Aufsatz 
Über den Spielmann im Nibelungenliede
Entstehung
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Am 22. März erlitt die Anstalt einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des Präfecten Herrn Stephan Zaoral. Seit 1. März 1877 eines Kehlkopfleidens wegen vom hoh. n. ö. Landesausschusse beurlaubt, hatte derselbe zuerst in Meran und später in dem Kurorte Roznau Heilung gesucht. Da eine Besserung in dem Befinden des Kranken nicht. eingetreten war, begab er sich anfangs September v. J. in seine Heimat, nach Kremsier, wo er im Vaterhause die sorgsamste Pflege fand und an dem genannten Tage in den Armen seines tiefgebeugten Vaters aus dem Leben schied. Herr Stephan Zaoral, geboren am 7. Jänner 1849 zu Brodek in Mähren, absolvierte die Gymnasialstudien und besuchte dann die k. k. Lehrerbildungsanstalt zu Olmütz; am 20. October 1872 wurde er von der k. k. Prüfungscommission daselbst für das Lehramt der Mathe- matik und Naturwissenschaften an Bürgerschulen approbiert. Nachdem er hierauf ein Jahr lang als Volksschullehrer, sodann zwei Jahre hindurch als Bürgerschullehrer tätig gewesen war, trat er am 18. Ociober 1875 die Stelle eines Präfecten am Internate des Lehrer-Seminars an und wirkte zugleich als Nebenlehrer am Seminare; er gehörte somit der Lehranstalt seit dem Tage ihrer Eröffnung an. Vortreffllich als Lehrer, umsichtig und teilnahmsvoll als Leiter der Zöglinge, oblag er mit beispielvoller Berufsfreudigkeit den Pflichten seines doppelten Amtes bis zu dem Augen- blicke, wo die tückische Krankheit ihn erfasste und seinem Wirken ein Ziel setzte. Ehre seinem Andenken!

Am 26. März wohnte der gesammte Lehrkörper der Bezirks-Lehrer- conferenz bei.

Am 2. April raffte der unerbittliche Tod einen durch besondere Begabung und rastloses Streben ausgezeichneten Zögling des II. Jahr- ganges dahin. Josef Melon, am 3. März 1861 zu Wien geboren, schon als zartes Kind verwaist, seit 18. October 1875 Zögling des Inter- nates, war am 27. December 1877 in ärztliche Behandlung getreten Die an diesem Tage an ihm vorgenommene ärztliche Untersuchung ergab die traurige Gewissheit, dass er an der Tuberkulose leide. Die Krankheit nahm einen auffallend raschen Verlauf; bald waren die Kräfte des Jüng- lings erschöpft und damit ein junges hoffnungsvolles Leben abgeschlossen. Die aufrichtige Teilnahme des Lehrkörpers an diesem Trauerfalle sowie die wahrhaft brüderliche Liebe der Zöglinge für den dahingeschiedenen Mitschüler fanden ihren Ausdruck in der Leichenfeier, an welcher auch eine tieferschütterte Tante des Verstorbenen, die p. t. Directoren der Schulen der Stadt St. Pölten, der verehrliche Lehrkörper sowie die Schüler der Landes-Oberrealschule Anteil nahmen. Nachdem Herr Religionsprofes- sor Johann Kalchhauser, der die kirchliche Einsegnung vornahm, auf der Stätte des Friedens das letzte Gebet gesprochen und die Lehramts- zöglinge dem teuren Mitschüler einen letzten Scheidegruss geweiht hatten,