Aufsatz 
Über den Spielmann im Nibelungenliede
Entstehung
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Grossherzogtume Hessen. Das Städtchen führt in Wappen und Siegel einen aufrechtstehenden, gekrönten Löwen, der eine Geige in den Klauen hält; doch scheint die Geige allein das frühere Wappen gewesen zu sein, da der pfälzische Löwe mit der Geige erst vereint wurde, als Herzog Konrad von Hohenstaufen durch Kaiser Friedrich I. mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt wurde. ¹) Sein Eidam, Pfalzgraf Heinrich, nennt den Truch- sess von Alzei in einem Lehenbriefe von 1209 und in einer anderen Ur- kunde von 1211 seinen Dienstmann. Dieser Truchsess aber, und Winter von Alzei, deren noch einer im Jahre 1434 als Burggraf von Alzei ge- nannt wird, führten eine Geige im Wappen.²) Im Jahre 1305 kauften die Pfalzgrafen von den Gebrüdern Werner und Konrad, Truchsessen von Alzei, ihren Teil an der dortigen Burg und mittelst Urkunde von 1393 ernennt Pfalzgraf Ruprecht den Werner, Pfeifer von Alzei, auf dessen Lebenszeit zum Könige über alle fahrenden Leute in allem seinem Land und Gebiete. ²2)

Wie kam nun Volker aus dem historisch nachgewiesenen Geschlechte der Truchsessen von Alzei in das Nibelungenlied?

Anknüpfend an das Wappen der Stadt Alzei und an den Umstand, dass Volker im Nibelungenliede zuerst in der Sage erscheint(vom Nibe- lungenliede ist er erst in jene deutschen Sagen, in denen er sich findet, übergegangen), während er noch im späteren Biterolfsliede und in der Sage, wie sie in diesem vorausgesetzt wird, fehlt, erklärt W. Grimm seine Einschiebung in das Nibelungenlied folgendermassen:Ich bin im Stande, Nachweisungen über Volkers wahrscheinlichen Ursprung zu

¹) W. Grimm, deutsche Heldensage 323, 324.

²) Nicht nur die Truchsessen von Alzei, auch die Stadt selbst führte damals (XIII. Jht.) eine Geige mit Bogen auf rosenbestreutem Grunde im Wappen nach demsecretum minoris oppidi Alceia, das angeblich nach einem Abdruck vom Jahre 1276 von Günther im Archiv f. hess. Geschichte 3, 134 f., Fig. 79 neben dem heutigen Stadtsiegel, einer Geige im freien Felde, Fig. 81, abgebildet ist. Vgl. K. Müllenhoff:Zeugnisse und Excurse z. deutschen Heldensage in der Zeitschrift f. deutsch. Altertum XII., s. 416.

3) Der Pfalzgraf bekennt in diesem nur abschriftlich vorhandenen Briefe,das wir Wernhir, Pfifer von Altzei, unser recht hofgesinde, in allem unserem lande und gebiete ubir alle varnde lute zu künge gemachet haben, alle furgabe und recht zu haben vor allen farnluden, als farnludekunige billich und von gewon- heide vor andern farluden haben sollen, ane alle geverde, alle ziit, die wile er lebet. Nachgewiesen von Mone, Zeitschr. f. Geschichte d. Oberrheins 9, 127; derselbe hat auch andere von Gliedern des Geschlechtes unterzeichnete Urkunden mitgeteilt und zu eiuer Urkunde von 1285 auch die dazu gehörenden Siegel be- schrieben. Vgl. auch Müllenhoff a. a. 0. s. 359; Uhland a. a. O. VIII., s. 524. Andere Belege über das Geschlecht der von Alzei von Gudenus, Schannat episc. Wormat. und Lacomblot II. nr. 27, 178, 193 a, 1209, 1231, 1233, Johann Heinr, AndreaeAlceia palatina illustrata. Heidelberg 1777, 4.