Aufsatz 
Schluss des alten und Eröffnung des neuen Gymnasiums in Elbing / von Oberlehrer Anger
Entstehung
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Un die Wende des Schuljahres 1881/82 sind in den Verhältnissen des Elbinger Gymnasiums, des ältesten der Provinzen Ost- und Westpreussen, hochwichtige Veränderungen eingetreten. Die Räume des ehrwürdigen Gebäudes, welches 346 Jahre hindurch der höheren Jugendbildung gedient hat, wurden auf immer verlassen; Herr Dir. Dr. Benecke, der hochverdiente, an Zahl der Dienstjahre allen früheren Rectoren des Gymnasiums überlegene Vorsteher der Anstalt und zugleich der Senior der Directoren Ost- und Westpreussens, trat nach 37 ½ jähriger Leitung des Gymnasiums in den ehrenvollen und wohlverdienten Ruhestand, und mit ihm Herr Prof. Reusch, das erste und älteste Mitglied des Lehrercollegiums. Mit dem Beginne des neuen Schuljahres 1882/83 wurde das neue Anstaltsgebäude feierlich eingeweiht und der Leitung des Herrn Gymnasialdirector Dr. Töppen aus Marienwerder, eines früheren Schülers Benecke's, an- vertraut. Der Bedeutung dieser Ereignisse waren nicht nur diejenigen Freunde, Schüler und Lehrer der Anstalt sich bewusst, welchen es vergönnt war, denselben hier persönlich zu durch- leben, sondern auch den in der Ferne weilenden. Zahlreiche Zuschriften und Glückwünsche liegen vor, in denen das Gefühl der herzlichsten Theilnahme und der dankbarsten Erinnerung oft einen rührenden Ausdruck gefunden hat. In vielen Fällen war ich Zeuge der oft in über- raschender Weise sich kundgebenden warmen Anhänglichkeit und Pietät. Gerade diese Beob- achtung war es, die mich ermuthigte, die Ereignisse der flüchtigen Stunden zu fixiren, da ich weiss, dass der liebenden Erinnerung auch ein solcher Strauss wohlgefällt, der nicht nach allen Regeln der Kunst gewunden ist.

Die stetig zunehmende Schülerzahl sowie die Erkenntniss, dass die Beschaffenheit der damals vorhandenen Räume der Anstalt den Ansprüchen der Neuzeit nicht mehr genügten, bewogen den Herrn Dir. Benecke schon im Jahre 1857 höheren Ortes auf die Nothwendig- keit eines Erweiterungsbaues aufmerksam zu machen. Die vorgesetzte Behörde verfügte darauf, dass zum Zwecke eines solchen Baues auf dem nach Süden zu gelegenen Theile des Gymnasial- terrains der Baugrund untersucht werden sollte. Sehr bald aber überzeugte man sich, dass nur ein vollständiger Neubau alle Ansprüche befriedigen könnte. Im Jahre 1867 gelang es, für diesen Zweck ein grösseres Terrain an der Königsberger-Strasse zu erwerben. Da dasselbe aber nicht ausreichte, so musste nach Norden zu noch ein Terrain von drei Morgen dazu erworben werden und im Jahre 1874 noch ein drittes. Nunmehr hoffte man, dass die dem Neubau entgegenstehenden Hindernisse bald würden beseitigt werden; indessen erst im Jahre 1879 konnte, nachdem die bis dahin oft bearbeiteten Entwürfe und Anschläge durch ein be-

schränktes Bauprogramm ersetzt worden waren, die Bauarbeiten nach einem von dem Königl. 1