Aufsatz 
Die Behandlung der deutschen Grammatik an den höheren Lehranstalten
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21 3. Rechnen. Abt. b.: Die 4 Spezies im Zahlenkreis bis 1000; Kopfrechnen, das

kleine Einmaleins. Abt. a.: Die 4 Spezies nebst Probe im unbegrenzten Zahlenkreis, Kopf- rechnen, das grosse Einmaleins. 5 St. 4. Anschauung. Betrachtung von Pflanzen und Tieren nach der Natur und nach Bildern; IIeimatskunde. 2 St. 5. Schreiben. Einübung des kleinen und grossen Alphabets der deutschen und engl. Schrift; Wörter, Sätzchen, nach Heckmanns Linienblatt, 1 Krs. 3 St. 6. Gesang. Stimmübungen. Singen ausgewählter Lieder aus der Liedersammlung

von O. Wiesner. Im W.-SK. 1 St. 7. Turnen. Freiübungen und Spiele. Im S.-S. 1 St.

II. Sroq̊ ij mnaoium.

Sekunda(Ober- und Unter Sekunda kombiniert). Ordinarius: Ordentlicher Lehrer Froeling.

1. Lateinische Sprache. Repetition der Syntax und der schwierigen Ab- schnitte der Formenlehre. Lehre von den Synonymen, Tropen und dem Gebrauche der Rede- teile. Stilistische Uebungen, besonders unter Zugrundlegung von Musterbeispielen. Abwechselnd jede Woche ein Exerc. dom. und ein Extemp., teils nach Süpfle 2. Teil, teils nach Diktaten, meist anschliessend an die Lektüre. Mündliche Uebersetzung vieler Abschnitte aus Süpfle. Gelesen, repet, und zum Teil memoriert: a. im Sommer: Cicero, pro lege Manilia, pro Deio- taro, pro Sulla. b. im Winter: Livius, lib. XXIV. und XXV., Sallust, de bello Jugurthino, cap. 1 50. Regelmässige Inhaltsangaben, abwechselnd in deutscher und lateinischer Sprache. Prosodik und Metrik. Abteilung I. Anweisung zur Anfertigung lateinischer Aufsätze; be- arbeitet wurden die Themata: 1) Castor, regis Deiotari nepos, avum suum apud iudices accusat., 2) Cicerone oratione contra Torquatum habita quibus causis permotus Sullam defenderit, de- monstret., 3) Ea, quae Sallustius de Jugurthae moribus dispersis dixerit locis colligantur atque dilucide illustrentur. 6 St. Bauder. Verg. Aen. XII.IV., 296. Memorieren von Versen. 2 St. Froeling.

2. Griechische Sprache. Abteilung I. Lehre von der Syntax des Verbums. Exercit. und mündliche UÜbersetzung aus Halm, II., 2. Alle 3 Wochen eine Klassenarbeit. Abteil. II. Wiederholung und Erweiterung der Verba auf u. Lehre von der Syntax des No- mens(Artikel, Pronomina, Rektion der Casus), Exercit und mündliche UÜbersetzung aus Halm, II. 1. Alle 3 Wochen eine Klassenarbeit. Xen. Cyr. VlIII., 2. I., 3. Odyss. Ges. V.IX., X. XIII. Memorieren von Versen. Herod. Bch. III., 27 bis Ende. 7 St. Froeling.

3. Deutsche Sprache. Im Sommer: Gelesen und erklärt wurden hervorragende Abschnitte des Nibelungenliedes und der Gudrun, sowie die schönsten Gedichte Walthers von der Vogelweide nach UÜbersetzungen. Im Winter: Gedichte von Goethe, Schiller, Lessing u. s. w. Ausserdem gelesen und erklärt: Schillers Wilhelm Tell, Goethes Hermann und Do- rothea und Uhlands Ernst von Schwaben; privatim: Geschichte des dreissigjähr. Krieges von Schiller, sowie mehrere Dramen von Shakespeare, besonders Julius Caesar und Coriolan. Memorieren schöner Steilen, sowie mehrerer Gedichte von Schiller und Goethe; Kontrolle der Privatlektüre; daran anknüpfend Ubungen im freien Vortrag. Dispositionslehre u. entsprechende Ubungen im Disponieren. Poetik und Rhetorik im Anschluss an die Lektüre. Alle 4 Wochen ein Aufsatz, darunter 4 Klassenaufsätze. Bearbeitet wurden folgende Themata: 1) Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt(Klausur. 2) Zweck u. Bedeutung der ersten Scene in Schillers Wilbhelm Tell. 3) Attinghausen und Rudenz. 4) Licht- und Schattenseiten der Gesetzgebung Lykurgs(Klausur). 5) Welche Grundzüge deutschen Wesens finden sich im Nibelungenliede? 6) Das Lob der Göttin Ceres bei Ovid und bei Schiller. 7) Gutta cavat lapidem non vi, sed saepe cadendo(Klausur). 8) Die Macht des Gesanges, gepriesen von griechischen u. deutschen