D. Phyſiſches Wohl.
Leider war der Geſundheitszuſtand ſowohl der Lehrer, als der Schüler, während des verfloſſenen Jahres nicht ſo erfreulich, als früher; denn, mit Ausnahme des Dr. Rieß und Schimmelpfeng, wurden ſämmtliche Lehrer einzelne Tage durch Unwohlſein, einige ſogar, wie der Pfarrer Matthias, über 14 Tage lang, der Pfarrer Knöpfel faſt 3 Wochen hindurch, der Geſanglehrer Wiegand uͤber 1 Monat und Dr. Fürſtenau von Michaelis an bis Weihnachten, durch bedeutende Krankheiten an der Ausübung ihrer Obliegenheiten gehindert.
Auch von den Schülern lagen viele im Monat Februar an der Grippe nieder, und außerdem wurden uns leider drei Schüler durch den Tod hinweggerafft.
Zur Beförderung der Geſundheit wurden in dem vergangenen Schuljahre, wie früher, theils einzelne Spaziergänge mit einzelnen Claſſen von dem Director, Dr. Theobald, Dr. Hupfeld und dem Cantor Schwaab gemacht, theils das Turnen, Baden und Schwimmen fortgeſetzt. An den gymna⸗ ſtiſchen Uebungen nahmen 188 Schüler, nämlich 14 aus Prima, 23 aus Secunda, 18 aus Ober⸗, 23 aus Untertertia, 27 aus Ober⸗, 30 aus Unterquarta, 17 aus Ober⸗, 22 aus Unter⸗ quinta und 14 aus Serta Antheil. Der gymnaſtiſche Unterricht ſelbſt konnte erſt am 18. Mai beginnen, weil der Turnlehrer Schwaab in Gemäßheit hohen Miniſterialbeſchluſſes vom 15. April zur Einrichtung eines Turnplatzes nach Fulda committirt war. Zum Baden und reſpective Schwimmen hatten ſich 165 Schüler verpflichtet, nämlich 20 Primaner, 23 Secundaner, 12 Ober⸗, 19 Untertertianer, 16 Ober⸗, 20 Unterquartaner, 17 Ober⸗, 25 Unterquartaner und 13 Sertaner.
II. Chronik des Gymnaſiunums.
Durch Höchſte Reſcripte vom 8. April 1840 wurde Dr. Bergk, vorher Lehrer an dem Königl lich Joachimsthaliſchen Gymnaſium zu Berlin, als ordentlicher Gymnaſiallehrer hierſelbſt mit einem Gehalte von 700 Thalern gnädigſt beſtellt, ſowie der vorhinnige Lehrer an der höheren Gewerbſchule hierſelbſt, Pfarrer Knöpfel, zum hieſigen Gymnaſium mit Beibehaltung ſeines bisherigen Gehalts von 500 Thalern gnädigſt verſetzt. Beide traten ihr Amt am 27. April an.
Zu Oſtern erhielt Dr. Theobald, ſowie zu Michaelis Pfarrer Matthias und Domme⸗ rich, jeder miethweis, eine in dem Lyceum Fridericianum durch die thätige Bemühung des Herrn Ober⸗Bauinſpeetors Rudolph wohl eingerichtete Wohnung.
Am 28. April nahm der Unterricht des Sommercurſus ſeinen Anfang, nachdem Tags zuvor die Translocation und Collocation der alten Sohiler ſowie die Reception der neuen ſtattgefunden hatte.


