12
verschiedene Teile der Gewandung der beiden Heiligen im Stuck vertieft gearbeitet waren. Hieraus hat man schliessen wollen, dass an den vertieften Stellen farbige Steine(mosaikartig) ursprünglich eingesetzt waren. Aehnliches hatte nämlich Maler Wittkop d. Aelt. in der Patroklikapelle zu Soest gefunden. Der genannte Künstler hat alle Malerarbeiten, und 7war in Temperafarben genau und getreu nach den aufgefundenen Spuren ausgeführt.
So ist dieses herrliche Denkmal des glaubensvollen und kunstsinnigen Mittelalters nicht in neuer, sondern in seiner ursprünglichen Schönheit und Pracht infolge dieser durchgreifenden und glücklichen Restaurationen grösstenteils wieder erstanden, und das Auge kann sich nicht satt sehen an diesem Prachtbau, an dem es selbst bei täglichem Anschauen immer neue Schönheiten, neue Herrlichkeiten entdeckt.
Nachdem wir in gedrängter Kürze dem Leser die Geschichte des Domes vorgeführt, auf seine eigentümliche Bauart hingewiesen und in ihren Hauptzügen seiner letzten Restaurierung gedacht, wird gewiss Jeder, dem es gestattet ist, dieses herrliche Gotteshaus zu schauen, Msgr Ibachs treffenden Worten, mit denen wir diese Skizze schliessen wollen, rückhaltlos beistimmen:»Nicht leicht mõchte der erste Anblick irgend welcher romanischen Kirche ein ähnliches Gefühl der Befriedigung in Bezug auf Stil und Harmonie der Formen, und kaum ein anderer den Geist der Andacht mehr zu wecken und das Herz zum Himmel emporzuziehen vermögen, als dieser Dom von Limburg«.


