Aufsatz 
Immanente Parallelbehandlung des Goethe- und Schiller-Stoffes in Oberprima / Ludwig Schaedel
Entstehung
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9 (Geſchichte und Neuere Sprachen) von hier. Im Winterſemeſter: neben Herrn Wagner und Herrn Klein: aus den Herren Wilhelm Büttner(Neuere Sprachen) von Butzbach; Franz Como(Neuere Sprachen) von Bechtheim; Otto Knauß(Neuere Sprachen) von hier; Guſtav Köllner(Math., Phyſ.) von hier, vom 1. Oktober bis Ende März 1901 beurlaubt nach Hamburg; Wilhelm Noll(Neuere Sprachen) von hier; Ferd. Friedrich Werner(Neuere Sprachen) von hier.

4. Von unſren Schülern wurde uns im Berichtsjahr leider ein braver, hoffnungsvoller Vorſchüler Wilhelm Jung am 7. XII. ganz plötzlich durch eine jäh auftretende Lungen⸗ entzündung entriſſen. Sonſt könnte man über den Geſundheitszuſtand nicht klagen, außer daß in der unterſten Vorklaſſe, namentlich vor Weihnachten, Maſern und Keuchhuſten derart heftig auftraten, daß zeitweiſe nur der vierte Teil des Schülerbeſtandes im Unterricht erſchien.

5. Sanitätskurs. Der Verein vom Roten Kreuz betrieb die Abhaltung eines Sanitätskurſes für die Schüler der oberſten Klaſſen, um für den Kriegsfall ausgebildete Hilfs⸗ mannſchaften bereit zu haben. Da die Oberprima durch die Reifeprüfung in Anſpruch genommen war, konnte nur an die Unterprima gedacht werden, die ſich erfreulicherweiſe vollzählig(bis auf einige Auswärtige) meldete. Dieſe 22 Leute wurden mit den hinzugetretenen 11 Unter⸗ primanern des Gr. Realgymnaſiums von Herrn Stabsarzt Dr. Schrade in unſrer Turnhalle gemeinſam 2 Monate hindurch vom 12. I. wöchentlich einmal, Samstag 34, eingeübt, und am 2. März konnte der Kurs in Gegenwart des Gymnaſialdirektors Schädel als abſolviert erkannt werden. Vom Lehrerkollegium hatte außer unſren Herren Acceſſiſten ins⸗ beſondere Herr Oberlehrer Fuchs die Übungen mit ſeiner regelmäßigen Anweſenheit beehrt.

Der Unterricht erſtreckte ſich auf:

a) Die allgemeine Kenntnis vom Bau des meuſchlichen Körpers.

b) Den Blutkreislauf.

c) Blutungen und vorläufige Stillung derſelben.

d) Verletzungen durch Quetſchung, Stich, Hieb und Schuß, ſowie Anlegen von Not⸗ verbänden.

e) Knochenbrüche, Schienenverbände.

f) Hilfeleiſtung bei plötzlichen Unglücksfällen durch Erſticken, Ertrinken, Erfrieren, Verbrennung, Verbrühung, Blitzſchlag, Verſchüttetwerden, Sturz in Brunnen⸗ ſchachte, Hitzſchlag(künſtliche Atmung und ſonſtige Wiederbelebungsverſuche).

g) Lagerung Verletzter auf Krankentragen und Transport.

Herrn Stabsarzt Dr. Schrade ſei für ſeine ſo bereitwillige und erfolgreiche Bemühung auch hier der wärmſte Dank der Schule ausgeſprochen.

6. Vereine der Schüler. Der Fußballklub und die beiden Stenographenvereine ſetzten ihre Übungen eifrig fort; der Schachklub, der meiſt aus Oberprimanern beſtanden hatte, ſtellte ſeine Thätigkeit vor der Reifeprüfung ein. Im nächſtjährigen Programm ſoll wieder genauerer Bericht über die Schülervereine erfolgen. 7. III. 1901.