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von ſeiner Umgebung nach Gefallen beherrſchen ließ. Der Proceß ſeines Günſtlings Somerſet enthüllte ein Gewebe der gröbſten Unſittlichkeit und zeigte, wie verdorben und verbrecheriſch die Hofkreiſe waren. Ja die Gerüchte gingen ſo weit, daß ſie den König ſelbſt beſchuldigten, mit Hülfe Somerſets den eigenen Sohn, den hoffnungsvollen Prinzen Heinrich, durch Gift aus dem Wege geräumt zu haben. England, das unter Eli⸗ ſabeth mächtig und gefürchtet war, ſank unter der Regierung Jacobs raſch zu einem Staate dritten Rangs, der kein Gewicht in die Waggſchale der Entſcheidung über europäiſche Angelegenheiten zu legen hatte. Je mehr aber die Macht und das Anſehen Englands im Ausland ſank, deſto größer wurden die Anſprüche des Königs auf Einfluß und ungehemmte Gewalt im Innern. Solchen Erſcheinungen gegenüber wuchs der Widerſtand der Parlamente langſam, aber ſicher. Jacob hatte ſein erſtes Parlament gleich nach dem Zu⸗ ſammentritt aufgelöſt, weil es ihn um Abhülfe einiger Beſchwerden gebeten hatte, das letzte aber gerieth ſchon in offenen Streit mit ihm. Es wagte zu behaupten und durch eine Proteſtation in den Protocollen des Hauſes zu erklären, daß ihr Privilegium kein Gnadengeſchenk, ſondern ein ererbtes Recht ſei, und daß ſie nicht bloß Geld zu bewilligen, ſondern auch die Staatsangelegenheiten mit zu berathen hätten. Jacob riß die Proteſtation mit eigner Hand aus dem Buch des Hauſes, ſetzte einige Mitglieder gefangen und entließ das Parlament in voller Ungnade.
Bald darauf ſtarb er, und ihm folgte ſein Sohn Karl, auf welchen man Hoffnungen ſetzte, die ſich nicht erfüllen ſollten. Karl ging mit Bewußtſein darauf aus, England zu einer unumſchränkten Monarchie zu machen. Doch die Zeiten hatten ſich geändert, das Volk war über des Königs Heirath mit einer katholiſchen Prinzeſſin von Frankreich, über ſeine kirchliche Richtung und vor allem über den Verſuch erbittert, den Car⸗ dinal Richelieu gegen die Hugenotten in La Rochelle zu unterſtützen. Karl's Abſichten traten bald zu Tage, die Gemeinen wurden immer mißtrauiſcher, und ein Einverſtändniß wurde nicht erzielt. Der König ver⸗ langte Geld, das Parlament Reformen und Bürgſchaften. Trotz aller Einſchüchterungen und Gewaltthätig⸗ keiten, welche die hervorragenden Mitglieder des Parlamentes zu erdulden hatten, widerſetzte ſich daſſelbe immer offener, denn es ſtützte ſich auf die große Mehrheit des Volkes. So verſuchte denn der König, im Bund mit ſeinem Günſtling, dem ränkevollen Herzog von Buckingham, ohne Parlament zu regieren. Man ſchrieb eigenmächtig Steuern aus, erhob Zölle, erhöhte alle möglichen Arten von Bußen und Strafgeldern, und wenn das Alles nicht genug war, erpreßte man unter dem Namen einer Anleihe willkührlich große Summen von Arm und Reich. Solche Mittel halfen auf kurze Zeit, allein ſie erhöhten die Unzufriedenheit; laute Proteſtationen und Steuerverweigerungen bekundeten dies allerorts und ſo ſahen ſich die Rathgeber des Königs immer wieder genöthigt, aufs Neue die Berufung eines Parlaments anzuempfehlen. Aber in jedem neuen Parlament war die Oppoſitionspartei größer und dringender. Die dem König religiös und politiſch ſo verhaßten Puritaner bildeten darin bereits die Majorität und nöthigten ihm 1628 durch die berühmte Petition of Right das Verſprechen ab, nicht mehr durch Execution, Einquartirung von Soldaten und Ma⸗ troſen oder durch Einkerkerung ſeiner Unterthanen Beiträge zu Anleihen zu erzwingen, und erklärten im folgenden Jahr, als der König ſein Verſprechen nicht gehalten hatte, in einer ſtürmiſchen Sitzung Jeden für einen Feind, welcher die Erhebung von Steuern, die das Parlament nicht bewilligt habe, anrathe, oder ſolche entrichte. Das war zu viel, das Haus wurde aufgelöſt und viele Mitglieder in den Tower geſetzt oder nach Irland geſchickt..
Und nun begannen elf Jahre eines Regiments, das Karl ſeinem franzöſiſchen Bruder abgeſehen zu haben ſchien, zumal an die Stelle des durch einen Fanatiker ermordeten Buckingham ein Mann trat, der mit gleicher Geiſteskraft wie Richelieu und mit derſelben Rückſichtsloſigkeit das gleiche Ziel verfolgte,— jeden Widerſtand zu brechen und England in ſchweigendem Gehorſam zu ſeines Herrn Füßen zu legen. Dieſer Mann war Thomas Wentworth, Graf von Strafford, der, zum Vicekönig von Irland ernannt, es unternahm, von dort aus und mit Hülfe jenes Landes England zu beſiegen.
Eine Reihe von Erfolgen ſchien auch das Gelingen des Plans zu ſichern. Von Irland aus, wo er ſich zum unumſchränkten Herrn gemacht, leitete Strafford die Maßregeln Karls und ſeiner Miniſter, und um


