Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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in den letzten Jahren wiederholt mit grossem Erfolg in englischen Schulen angewandt worden ist.

2. The Teaching of Anglo-Saxon History.

Was uns vorgeführt wurde, war kein Unterricht nach unserem Begriffe, son- dern nur eine allerdings klare Veranstaltung zu besserer Einprägung der Unterrichts- ergebnisse. Emporblühen, Dauer und Sinken der verschiedenen angelsächsischen Reiche, dargestellt an steigenden, wagrechten und fallenden Linien, dazu einige Namen und Zahlen. Die Zeichnungen sahen aus wie Profile von Gebirgslandschaften. Das Verfahren benützte zwar geschickt den Orts- und Formensinn der Jugend als Gedächtnishilfe, sagte aber nicht das Geringste über die Ursachen, die inneren Gründe der geschichtlichen Er- scheinungen und deren Folgen.—

lch wende mich nun dem jüngsten Zweige des Bildungswesens zu. Bekannt- lich wird in keinem Lande Europas so eifrig und erfolgreich daran gearbeitet, dem weib- lichen Geschlechte eine höhere Bildung angedeihen zu lassen, als in England. Wir hatten in Oxford Gelegenheit, einen Vortrag über die Frauenbildungsfrage aus dem Munde einer der Führerinnen, einer hochgebildeten Dame, zu hören, und es dürfte vielleicht manchem Kollegen willkommen sein, Näheres über die Geschichte, die Ursache und die Ziele dieser Bewegung zu erfahren. Ich gestatte mir daher, einen ziemlich ausführlichen Bericht über das Gehörte zu erstatten. Die Rednerin, Miss Maitland, the Principal of Sommerville College, führte etwa folgendes aus:

Die Geschichte dieser Bewegung ist, wie die aller grossen Bewegungen, die Geschichte einiger Persönlichkeiten, ihrer Gedanken und ihrer Hoffnungen. Die Frauen- bewegung ist so jung, dass viele der ersten Kämpferinnen noch am Leben sind. Um eine Bewegung zu verstehen, muss man den Blick auf die Vergangenheit wenden, damit man sieht, was die betreffenden Personen zum Handeln angetrieben hat und muss die Lage zu kennen suchen, in der sie lebten und litten.

Die Rednerin schilderte dann die Stellung der Frau in früheren Zeiten. Sie erörterte die einschlägigen Verhältnisse in Agypten, in dem Heroenzeitalter der Griechen, in Judaa. Dann wandte sie sich dem Mittelalter zu, in welchem Mädchen vielfach dieselbe Erziehung zu teil ward wie den Knaben, und gelehrte Frauen Klöstern vorstanden. Sie erwähnte auch die gelehrte und weise Mutter König Alfreds und deren Einfluss auf ihn. Dann erzählte sie, dass das 16. Jh. gelehrte Königinnen aufweise, und dass die Töchter hoher Adligen damals Latein und Griechisch lernten und die besten Schriftsteller ihrer Zeit lasen.(Erasmus.) Auf das 17. Jh. übergehend führte sie aus: Die Kriegszeiten des 17. Jh. waren von unheilvoller Wirkung auf die Erziehung der Frauen. In der Stuarts- periode wurde durch verderbliche Hofeinflüsse die Vorstellung vom weiblichen Wesen heruntergedrückt. Am Ende des Jahrhunderts galten die Frauen nur noch als Haus- hälterinnen, Köchinnen und Sklavinnen.)

Das 18. Jh. brachte keine Besserung. Selbst als wieder eine Frau(Kgn. Anna) auf dem Throne sass, trat keine andere Wendung ein, als dass man die Frauen àäusser- lich besser behandelte. Wahre Ehrerbietung fehlte noch. Einige Frauen, die es zu einem hübschen Wissen und hoher Geistesbildung gebracht hatten, sahen ein, dass sie für die