Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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Bildung, welche die Jugend später benutzen könne.„Die Pflege des Körpers durch mannigfache Ubungen, Spiele, Ubungen im Selbstbeherrschen“, erklärte der Vortragende, „sind hübsche Dinge; aber das Studium der neueren Sprachen sollte doch eine grössere Rolle in der englischen Erziehung spielen.“ Ferner verlangte er bessere Pflege der Muttersprache, des Geschichtsunterrichts, der so gegeben werden solle, dass er auf die praktischen, politischen und ethischen Interessen der Engländer nutzbringend wirke, und Pflege der Handarbeiten auch in den„secondary schools“.

Aber die Grösse eines Erziehungssystems liege, führte Mr. Sadler weiter aus, weniger in dem Programm selbst als in dem Geiste, in welchem gelehrt wird. Es gelte auch hier der Satz, dass es mehr auf die Qualität als auf die Quantität ankommt. Er sei der UÜberzeugung, dass die Fragen des Erziehungswesens ein ebenso sorgfältiges Studium und beständige Anpassung an die wechselnden Bedürfnisse erheischten als die Erhaltung einer modernen Flotte.„Die Sicherheit unseres Reiches(empire)“, rief er aus, „hängt davon ab, dass wir nicht nur gute Seeleute, sondern auch gute Lehrer haben, und wir sollten ebensoviel Begeisterung empfinden für unsere Schule als für unsere Flotte. Beide haben als höchste Aufgabe, materielles Gedeihen zu erhalten und zu fördern und geistige und polititische Freiheit zu sichern.“(Lang anhalt. Beif.)

Es erscheint mir zweckmässig, an diese theoretischen Erörterungen den Bericht über eine Konferenz anzuschliessen, die sich mit der Organisation des englischen Schul- wesens befasste. Das Thema lautete: The Educational Ladder. Die Konferenz wurde geleitet von Mr. Talbot, M. P. Letzterer führte in einer die Verhandlungen ein- leitenden Rede etwa aus:

Man ist in England unzufrieden mit den Einrichtungen auf dem Gebiete des Erziehungswesens. England hat kein System für das gesamte Unterichtswesen. Es besitzt ein solches nur für die Volksschule. Das Elementarschulwesen wurde geregelt durch die Gesetze von 1870, 1876 und 1891. Vor 1870 gab es in England nur freiwilligen Schulbesuch in Privatschulen. Nach harten Kämpfen wurde 1870 ein Gesetz geschaffen, demzufolge jedem Kind Gelegenheit zum Schulbesuch durch Gemeinden und Schulver- bände zu gewähren ist. Das Gesetz von 1876 brachte den Schulzwang, und das von 1891 ordnete die Unentgeltlichkeit des Elementarunterrichts an. Wie zähe man in dem konservativen England an dem„voluntary principle“ festhält, zeigt der jetzige noch über- aus starke Besuch von Privatschulen. 2486570 Kinder werden in letzteren unterrichtet und nur 2 201 040 machen Gebrauch von den öffentlichen Schulen(Board Schools).

Sich dem höheren Schulwesen zuwendend, erklärte der Redner, es gehe über seine Kräfte, ein klares Bild von demselben zu entwerfen, da es hier an einem System fehle. Der gegenwärtige Zustand beruhe auf dem„Technical Education Act“ von 1809. Durch dieses Gesetz seien die Stadtverwaltungen ermächtigt worden, Unterricht in den Realien und Handarbeitsunterricht einzurichten und die Kosten aus den städtischen Steuern zu bestreiten. Die Stadtverwaltungen hätten nun allerlei Schulen eingerichtet für Unter- richt in Metallarbeiten, Holzarbeiten, Kochen u. s. w. Das sei zwar alles schön und nützlich, entspreche aber nicht der Absicht des Gesetzgebers. Ferner hätten viele Städte