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Unterrichtsstunden an. Die Hörer fertigen zu Hause schriftliche Arbeiten an, welche sie den Lehrern übersenden. Nach der Korrektur erfolgt Rücksendung und in der nächsten Stunde Besprechung. Am Schlusse des Kursus findet eine Prüfung statt. Auch Zeug- nisse werden ausgestellt. In zahlreichen Centren hat man noch„Students Associations“ gebildet, um das Wirken der Lehrer zu ergänzen. Welch hohe Bedeutung der Bewe- gung in England beigelegt wird, mögen folgende Aussprüche zeigen. Der hochangesehene liberal-imperialistische Abgeordnete Asquith sagte:„Die Extension Movement ist heute eine nationale Einrichtung.“— Der Bischof von Ripon meinte, die Bewegung sei eine solche, die von allen vernünftigen Leuten unterstützt werden sollte. Er fühle, dass das geistige und sittliche Leben des englischen Volkes von der Vermehrung der Centren ab- hänge.— Der Direktor eines Oxforder College sagte im Anschluss an den Ausdruck „The Making of England“:„The intellectual making of England is the Extension Mo- vement itself“.
Den Zusammenhang dieser bedeutsamen Bewegung mit dem sich immer tiefer festsetzenden Imperialismus dürfte folgendes aufweisen:
Der Leiter des Oxforder Meetings äusserte, er lege der University Extension Movement so grosse Bedeutung bei, weil das englische Volk heute versuche, eine unge- heure Aufgabe zu lösen, nämlich ein riesiges Reich(empire) durch einen demokratischen Regierungsapparat zu regieren. Dann warf er die Frage auf: Ist die englische Demo- kratie, die diese ungeheure Aufgabe übernommen hat, gebildet genug, um sie lösen zu können? Weiter führte er aus, die Bewegung sei demokratisch und imperialistisch.
Eine der Veranstaltungen, welche der University Extension Movement ihr Da- sein verdanken, sind die Sommer-Meetings. Sie werden alljährlich abwechselnd in Oxford und Cambridge abgehalten. Ihr Zweck ist weniger, erschöpfend zu lehren als anzuregen zu fernerem Studium. Ausserdem sollen sie den„Students“ Gelegenheit geben, Fach- leute ersten Ranges zu hören und die zu sehen, deren Bücher sie zu lesen gewohnt sind. In erster Linie aber ist ihnen die Aufgabe zugedacht, die University Extension Movement stärken und ausbauen zu helfen.
Ueber die Gründe für die Zulassung, ja Heranziehung von Nichtengländern sei gesagt, dass man hofft, bei der Diskussion von Erziehungsfragen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen die Ansichten und Erfahrungen des Auslandes kennen zu lernen und überhaupt mit dem Auslande in bessere Fühlung zu kommen. Unter jubelndem Beifall rief Mr. Marriott aus:„Es ist mein glühender Wunsch, dass dieses Meeting etwas thue, um unter den verschiedenen Völkern der Welt einen Geist der Freundschaftlichkeit und Verwandtschaftlichkeit zu erzeugen, dass es die Lehre von der Blutsverwandtschaft zur Wirklichkeit erheben und gegenseitige Rücksicht und dauernde Freundschaſt er- zeugen möõchte.“
Diese Sommer-Meetings finden immer mehr Anklang. 1895 hatte man in Ox- ford 550 Hörer, 1897 deren 700; 1899— 850; 1901— 1125 in der ersten Halfte, im ganzen über 1200. Darunter befanden sich 260 Nichtengländer(Osterreicher, Franzosen, Italiener, Russen, Schweizer, Hollander, Schweden, Norweger, Dänen, Amerikaner, Austra- lier und Deutsche(8o bezw. 103).
Das weibliche Geschlecht üaberwog. Im ersten Teil des Meetings waren


