Aufsatz 
Aufgabe, Stoff und Methode des Unterrichts in der Elektrizitätslehre / Georg Heußel
Entstehung
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Mit Schluß des Schuljahres 1918/19 trat Herr Profeſſor Dr. Joſef Collin in den Ruheſtand und verließ damit die Stätte, an der er volle 27 Jahre, ſeit Oſtern 1892, gewirkt hatte. Ausgeſtattet mit einem vielſeitigen Wiſſen, das er zumal durch ſeine Dozenten⸗Tätigkeit an der Aniverſität ununterbrochen erweiterte und vertiefte, wußte er ſeinen Anterricht ſtets belebend und erfolgreich zu geſtalten und vor allem den älteren Schülern wertvollſte Anregungen zu geben. Leider glaubte er ſich, durch den Verluſt des einzigen Sohnes tief erſchüttert, den Anforderungen des Schuldienſtes nicht mehr gewachſen, behielt aber ſeine akademiſche Lehrtätigkeit bei.

Am 3. Mai 1920 übernahm Herr Direktor Dr. Baur die Vertretung des erkrankten Direktors des Landgraf Ludwig⸗Gymnaſiums und wurde am 1. Oktober deſſen Amtsnachfolger. Mit großem Bedauern ſahen Lehrer, Schüler und deren Eltern mit Herrn Dr. Baur einen Direktor ſcheiden, der es infolge ſeines ungemein liebenswürdigen und verbindlichen Weſens ver⸗ ſtanden hatte, in ſchwerſter Zeit die Anſtalt geſchickt und zielbewußt zu leiten und ſich ungeteilte Sympathie zu erwerben.

Einige Wochen ſpäter, am 16. Juni, wurde Herr Profeſſor D. Oskar Holtzmann für längere Zeit beurlaubt und trat am 1. Januar 1921 in den Ruheſtand. Seit 1888, alſo mehr als 32 Jahre, hatte dieſer ausgezeichnete Lehrer, der ſeit 1890 auch außerordentlicher Profeſſor der Theologie an der Landes⸗Aniverſität geweſen war, ſeine wiſſenſchaftlichen und pädagogiſchen Kräfte unſerer Anſtalt gewidmet, nicht nur als Religionslehrer von anerkannter Bedeutung, ſondern auch als Lehrer des Deutſchen, Lateiniſchen und der Geſchichte, deſſen Gründlichkeit und Gewiſſenhaftigkeit vorbildlich waren. Dankbar gedenken ſeine zahlreichen Schüler der reichen Anregung und Förderung, die ſie in ſeinem Anterricht erfahren haben, und auch des vielfach bezeugten perſönlichen Intereſſes in ihrem ſpäteren Leben.

Noch einige Jahre länger, nämlich 37 Jahre, hatte Herr Profeſſor Dr. Nudolf Erb ununterbrochen an der Schule gewirkt, als er mit Ablauf des Schuljahres 1923/24 in den Ruhe⸗ ſtand trat. Als Schöpfer des Schulgartens, der vielen Anſtalten als Muſter gedient hatte, und Leiter des chemiſchen Kabinetts, die er beide in raſtloſer, planmäßiger Arbeit, meiſt durch eigner Hände Werk, neuzeitlich ausbaute, wie als Lehrender hat er in dieſer langen Zeit, wie die vor⸗ genannten Herren, ſich das Vertrauen des Kollegiums und die Dankbarkeit der Schüler zu erringen und zu erhalten verſtanden. In einer feierlichen und ergreifenden Sonderſitzung des Lehrerrates am letzten Schultage würdigte der Direktor die hohen, unvergänglichen Verdienſte des ſcheidenden Amtsgenoſſen und gab ihm die beſten Wünſche des ganzen Kollegiums mit in den wohlverdienten Ruheſtand.

Wenige Wochen ſpäter ſahen wir einen weiteren lieben Amts⸗ und Weggenoſſen aus unſeren Reihen ſcheiden. Herr Studienrat Ludwig Storck ließ ſich am 1. Juni 1924 auf Grund des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes freiwillig in den einſtweiligen Nuheſtand verſetzen, um jüngeren Kräften Platz zu machen. Er war ſeit 1903 an der Schule tätig geweſen. Von Hauſe aus Mathematiker, hatten ihn Liebe zur Natur und äſthetiſches Empfinden mehr und mehr zum Zeichenunterricht geführt, den er dann auch jahrelang, beſonders in den Oberklaſſen, erfolgreich und mit künſtleriſchem Sinn betätigte. Im beſonderen alſo demSchönen zugewandt, übte er naturgemäß einen tiefgehenden, veredelnden Einfluß auf die Schüler aus, die mit großer Liebe und Verehrung an dem gütigen Führer in die Welt der bildenden Kunſt hingen, und nur mit aufrichtigem Bedauern ließen wir den allezeit heiteren Kollegen vorzeitig unſeren Kreis verlaſſen.

Am 1. Auguſt 1925 trat Herr Oberſtudienrat Profeſſor Theodor Schaumann in den Ruheſtand, auch er ein Veteran unſerer Schule, der er ſeit 1892 angehört hatte. Was er über ein Menſchenalter lang in treuer Arbeit geleiſtet, gehört nicht nur der Geſchichte der Anſtalt an, ſondern wirkt als fruchtbringender Same weiter in einer ganzen Generation von Schülern, die