Aufsatz 
Über Schulgeist und einiges damit Verwandte / Johann Valentin Klein
Entstehung
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halbjährliche Feperlichkeiten ſich hierdurch ankündigen, ſo fordern doch Ge⸗

rechtigkeit und Wahrheit den Verf. auf, in keiner Hinſicht dem Gefühle der Achtung und der Dankbarkeit zu nahe zu treten, wozu ihn die Grün, der und ferne und nahe Vorſteher deſſelben, Mitlehrer und die Schüler ſelbſt verpflichten. Länger als zwey Jahrhunderte blühet dieſes academ.

Pädagogium ſchon neben ſeinen deurſchen Schweſtern auf rühmlicher Höhe,

und wenn überhaupt der Baum an den Früchten(nicht an jeder einzels uen) erkannt wird, die zugleich nach Witterung und Boden beurtheilt wer⸗

den müſſen, ſeit Jahren wie ſtürmiſch! ſo beſuche man die öffent⸗

lichen Prüfungen und finde, ſcharf, doch billig urtheilend, wo möglich das Reſultat im Ganzen, welches ſchon ſo viele würdige, aus dieſer Pflanzſchule hervorgegangene Jünglinge in allen Zweigen des gelehrten und des öffent⸗ lichen Lebens durch ſich rühmlich bewährt haben und bewähren. Es zwingt dieſelbe Gerechtigkeit und Wahrheit zu nochmaliger Wiederholung des Ge⸗ dankens, daß Schulgeiſt das Wort in allen Beziehungen genommen mehrfach bedingt werde, und daß in Anſehnng vieler Schüler un⸗ ſeres Gymnaſtums bedacht werde, ſie ſeyen nicht immer und durchaus Zög⸗ linge deſſelben geweſen, und ſehr ſpät, oft jahrelang zu ſpät demſelben an⸗ vertraut worden. Eine Beobachtung von 10 Jahren, während welcher Zeit die Anſtalt um die Hälfte von Zöglingen zunahm, hat bewieſen, daß nur mit ſeltenen, um ſo rühmlicheren Ausnahmen, die Zöglinge unſerer Claſſen von unten auf, vor den ſpäter eintretenden gleichalterigen Schülern bedeutende allſeitige wiſſenſchaftliche Vorſprünge hatten, namentlich in Sprachen. 1

Man verzeihe dieſe letzte, ſeit Jahren ſich aufdrängende Bemerkung,

die laut zu äuſſern der Verf. um der Anſtalt willen nicht unterlaſſen darf.

Es

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