Aufsatz 
Über Schulgeist und einiges damit Verwandte / Johann Valentin Klein
Entstehung
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Dem zu fühlen und zu denken, in, von und zu welchem alles. Da legte denn das eine Gymnaſium mehr Werth auf das, was zum Buch⸗ ſtaben des Chriſtenthums hinführt, die alten Sprachen, mit letzter Hin; ſicht auf die darin geſchriebenen ehriſtlichen Werke; das andere auf dieſel⸗ ben Sprachen, oder einzelne von ihnen, aus dem ſcheinbar entge⸗ gengeſetzten Grunde; weil dieſe beytragen das Vor⸗ und Nicht chriſtliche⸗ kennen und andererſeits zum Vortheile des Chriſtenthums würdigen zu lernen; wieder andere Gymnaſien verloren im ſchwe⸗ benden Zeitgeiſte, der ſeit Jahrhunderten alles mehr zur Staatsbürgerlich⸗ keit drängte, mehr oder weniger ihre reine Richtung und beabſichtigten durch dieſe Sprachen hinreichend vorgebildete Univerſitätsbürger und Geſchäftsleute aller Art; und das Hinreichende wollte bald auch nicht mehr hinreichen, als die Forderungen an einzelne Wiſſenſchaften, Stände und deren Leiſtungen immer beſonderer und practiſcher wurden, und doch daneben eine geſammte europäiſche Bildung die Kunde neuerer Sprachen, neuerer Geſchichte, neuerer Entdeckungen und mancher geſelliger Künſte und Fertigkeiten dringend verlangte. Darum herrſchte wohl in manchen Vorbereitungsſchulen zur Univerſität eher jeder Unterricht, als Sprache und Mathematik vor, und nicht überall wurde umfaſſend bedacht, wie ſchäd⸗ lich ein nur während weniger Jahre, geſchweige denn während Jahrzehn⸗ den(nach 10 Jahren greift der 10 jährige Knabe ſchon als Mann in die ganze Richtung des bürgerlichen Lebens ein,) ja während Jahrhunderten einſeitig, oder ſchwankend genährter Schulgeiſt für alle künftigen Geſchlech⸗ ter ſich entwickelt und wirkt..

Eine dieſer nicht blos Gymnaſial⸗ ſondern allgemeinen Schul⸗Einſei⸗ tigkeiten, Vernachläſſigung deſſen, was allen Sprachen und aller Mathe⸗ matik und der ganzen Seele als Haus und Werkzeng dient, des Körpers,

durch