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Nachdem nun mehrere, der neueren Zerſetzungskunſt, wieder zur Ein⸗ fachheit entwichene Stoffe, welche die ältere Naturforſchung für zuſammen⸗ . geſetzt hielt, ſich in unſern Tagen, als Metalle ergaben, ſo hat man auch dem Phosphor und Schwefel, eine erhöhete Anfmerkſamkeit zugewendet, zumal da kürzlich die Kohle durch Döbereiner, Metallheit gewonnen haben foll. Das durch einwohnende Kräfte, oder durch die auffallende Herrlichkeit ſeiner Farben, ſo ſehr ausgezeichnete Geſchlecht von Schwefel*), und Waſ⸗ ſerſtoffſchwefel⸗Metallen, erhielt durch Scheels(1772) Entdeckung des Schwe⸗ felwaſſerſtoffs(Hydrothionſäure von Tromsdorf genannt) durch Lampadius, Vauquelin, Robiquet, und vorzüglich durch Berthollet den Jüngern(1794) ſo wie durch Trommedorf(ſeit 1800) und Bucholz, ein heiteres, klä⸗ rendes Licht. Gleichwohl liegt aber auch hier, noch vieles im Unentſchie⸗ denen, oder im Dunklen⸗
Einige Beobachtungen und ihre Ergebniſſe, welche ſich mir in dieſem Theil der Naturkunde boten, zogen mich an, noch weiter und bis zu eini⸗ ger Befriedigung, aus dieſem reichen, vollſtrömenden VBorn der Erfah⸗ rung zu ſchöpfen. Dazu mahnte mich ferner der Beyfall, womit mehrere gediegene Naturforſcher’, meine Unterſuchungen beehrten. Unter dieſen er⸗ innere ich mich mit beſonderem Vergnügen, an meinen Lehrer in Mathema⸗ tik und Naturkunde Schmidt, an Bucholz, Gehlen, Emmerling, Lenz, Leonhard und an Deutſchlands tieſen Naturdichter, von Göthe.
Aus einem bedeutenben Vorrath von Beobachtungen, über welchen eine ehen ſo große Strenge, als unverſiegbare Luſt waltere; hebe ich für den gegen⸗ wärtigen Zweck, einige neue Thatſachen, aus. Bevor ich jedoch die Erſchei⸗
nungen näher entwickele, glaube ich folgendes vorausſchicken zu mühler, — 8 us
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*) Für den Lat. Kunſtausdruck heißt es mir, metallothium(aus kalrade u. 1,„) zu Trommsdorfs bydrothium, ſtimmend.
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