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Unſichtbares, als die Urſache von dem Erſteren, anzunehmen. Jetzt gehe man daher auf Gott über, ſtelle ihn als den allervollkommenſten Geiſt⸗ als Schöpfer, Erhalter, Regierer der Welt und als liebevollen Vater der Menſchen dar, und lehre die Kinder ihn finden in ſeiner herrlichen Schö⸗ pfung, und ihn fühlen in ihrem Innern. Durch Beyſpiele, hergenommen von dem Geiſte des Menſchen, und dem Verhältniß der Eltern zu den Kindern, wird der geiſtige und väterliche Begriff Gottes auf eine einleuch⸗ tende Art entwickelt werden können. Hieran reihe man die Lehre von den Eigenſchaften Gottes, die kurz und mit beſtändiger Berückſichtigung des Lebens und ſeiner Verhältniſſe erläutert werden müſſen. Die zweckmäſſige Behandlung dieſer Materie wird eine heilige Scheu vor dem Höchſten und Heiligſten, ſo wie auch den Entſchluß, das Gute ſtets zu wollen und zu thun, hervorbringen. Wie reich an herrlichen, das Gemüth tief ergrei⸗ fenden Bemerkungen iſt z. B. nicht die Allwiſſenheit und Allgegenwart Got⸗ tes? Sie ſind für den Guten erfreulich und belohnend, ſie ſchrecken den Böſen und rufen jeden auf, auch da das Gute zu wollen und zu thun, wo⸗ hin menſchliche Blicke nicht zu dringen vermögen. Und eben ſo fruchtbar können auch die übrigen Eigenſchaften entwickelt werden.
Nach der Lehre von Gott gehe man auf das Leben Jeſu über, das mit Wärme und Herzlichkeit erzählt, und deſſen heiliger Character mit Be⸗ redſamkeit geſchildert werden muß, damit die Kinder von Ehrfurcht gegen dieſen Heiligen, und gegen ſeine göttlichen Ausſprliche durchdrungen werden. Vorzüglich ſuche man das, was wir ven Jeſu Jugendgeſchichte wiſſen, ſei⸗ nen Gehorſam gegen ſeine Eltern und ſeine Wißbegierde, ſein Zunehmen an Weisheit, wie an Jahren, und die ſeeligen Folgen davon, Gottes und der Menſchen Wohlgefallen, zweckmäſſig zu benutzen. An die Darſtellung
des Lebens Jeſu ſchliehe ſich eine Entwickelung ſeiner Parabeln, auf die gele,


