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Aus Weg zu gehn, gab er alsbald nach meiner
Geburt mich einem Hirten, der ſich mein
Erbarmend— haͤtt' ers nie gethan!— Korinthos Herrſcher
Mich brachte; denn ihm fehlt' ein Sohn und Erbe,
Und ſo ward ich ſein ein'ger Sohn und Erbe.
Ich wuchs heran. Da ſchalt beim Wein ein Juͤngling Ephyras mich, ich ſey kein aͤchter Sohn des Koͤnigs.
Doch ſchneller zuͤndet nicht der Strahl Kronlons
Den Tannenwald, als dieß Wort mir die Seele.
Ich geh nach Delphi und vernehme ſo:
Huͤte dich, Koͤnigesſproſſe; du wirſt den eigenen Vater
Toͤden, wenn du ihn triffſt; wehe dir Oedipus dann! Heimkehrend fuͤhrte mich durch eine Bergſchlucht Mein Weg. Da ſtehe kam ein Viergeſpann,
Der bLenker ruͤſtig noch, doch greis der Eigner. Der erſte ſchreit: aus Weg! und zum Geleite Des Worts ſchwingt er nach mir die Geiſel. Mit meinem Knotenſtock erſchlug ich dieſen Und ſelbſt den Greis, da er ihm helfend nahte; Doch nicht mit Abſicht. Nach vollbrachter That Gewahr' ich erſt, daß ich zu hart geſchlagen; Beſteige dann des eignen Vaters Wagen
und ziehe weiter. Und ein dumpf Geruͤchte Durchlauft die Gegend, daß verheert
Von einem Ungeheuer, Thebes Lande
Dem Sleger ſenes Koͤnigsthron und Gattin Des juͤngſt erblichnen Koͤniges verheiſſen. Schnell mach' ich auf mich und beſiege, loͤſend
Das Raͤthſel, jene Sphynx; ich werde Koͤnig Und ehliche Jokaſte, meine Mutter.
Bald drauf ſtarb auch der Herrſcher von Korlnthos Und niemand wußt', ich ſelbſt nicht, das Geheimnis
Meiner Gehutt, als ſener Hirt, dem mich
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