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Es ſind in unſern Tagen ſo oiele wahre, kraͤftige Ideen uͤber die Jugend⸗ bildung erneuert und entwickelt worden, daß ihre Verfolgung und An⸗ wendung bedeutende Verbeſſerungen derſelben bewirken muͤßte. Aber die Richtungen und Thaͤtigkeiten ſind izt auch ſo verſchieden, bei vielen die Schlaff⸗ beit, Vielgeſchaͤftigkeit und Selbſtſorge ſo groß, die Staatsverhaͤltniſſe neh⸗ men ſo viel Aufmerkſamkeit in Anſpruch, daß es ſchwer ſeyn wuͤrde, bei dem einfach großen Ziel innerlicher Regeneration zugleich die Blicke der Verſtaͤn⸗ digſten und das Intereſſe der Wirkſamſten und der Menge hinlaͤnglich feſt zu halten. Bis jezt ſcheinen unter den Deutſchen allzuwenige zu ſeyn, die von dem einſt verwirklichten ſchoͤnen Traum, von jener Platoniſchen und uͤber⸗ haupt Griechiſchen Gruͤndung des Staats durch koͤrperliche und geiſtige Bil⸗ dung und Stimmung der Jugend zur Kraft und Tugend lebhaft ergriffen
werden.
Moͤgen aber wohltbaͤtige Hauptveraͤnderungen zu erwarten ſeyn, oder nicht, ſo bleibt es gewiß inzwiſchen Pflicht, die verſchiednen jezigen Einrich⸗ tungen(alle ſind uͤberhaupt gewoͤhnlich beſſer, als ſie befolgt werden) aufs beſte zu nuzen, und, ſtatt ſie je durch bloſe angewoͤhnte Praktik erlahmen und abnehmen zu laſſen, ſie durch freie und auf den Grund gehende Thaͤ⸗
tigkeit jung und wirkſam zu erhalten. Faſt keine Form macht die Zöglinge
der Schulen, wie uͤberhaupt die Menſchen, einer mit kiebe und Einſicht wir⸗ kenden Kraft unzugaͤnglich, und wenn wir es nicht an uns fehlen laſſen, duͤr⸗ fen wir geduldig abwarten, daß vieles neu gegruͤndet werde. Aber lelder ſind auch in der Kunſt der Bildung die guten Werke ſeltner, als die guten Kritiken und Theorleen.
Um die alten Formen zu beleben und zu leiſten, was moglich iſt, ohne Aenderungen und Unterſtuͤzungen von auſſen zu begehren, iſt es noͤthig, ſich — Plan


