Die Kirche bot ihnen dazu, inſofern ſie Anſtalt fuͤr den Cultus ſſt, ein treffliches, wohl zuerſt der Erfahrung abgelerntes, aber, als man es einmal erlernt hatte, mit An⸗ ſtrengung benutztes Mittel dar. Herrſcht nehmlich in der Kirche der Cultus vor, ſo werden die Sinne mehr gefeſſelt, die Phan⸗ taſie mehr erregt, das Gemuͤth mehr ergrif⸗ fen; herrſcht die Lehre vor, ſo werden Ver⸗ ſtand und Vernunft mehr in Anſpruch genom⸗ men, das Denken mehr angefeuert. Keines durfte vorherrſchen; oder— die Ausbildung der Generation mußte eine einſeitige Richtung
nehmen, mußte Verbildung werden.— Sie
nahm ſie!
Die Haupturſache konnte nicht unerkannt.
bleiben. Da hoben die Vorſteher noch mehr den Cultus; erſchwerten, hemmten, ja un⸗ terſagten ſogar eine freie, vernuͤnftige Pruͤ⸗
fung der Quellen, woraus ſie ihre Lehren
ſchoͤpften; erſannen unreine Traditionen zur Beglaubigung ihrer angeordneten Formen; bewaffneten das ſchoͤne, heitre, himmliſche
Sinnbild mit Wuth und Bannſtrahl; huͤlle ten es in die Duͤnſte die aus eigennuͤtzigem
Herzen, oder verfinſtertem Kopfe aufſtiegen⸗ und— das Geſchlecht war nur orthodox.
da


