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. Kein Selbſtdenker wird es ſich leugnen wol⸗ „len, daß es eine Zeit in ſeinem Leben gewe⸗ „ſen iſt, wo er viel uͤber die Religion, die er „bekennt, nachgedacht hat.— In dieſer Pe⸗ „riode ein Journal von dem jedesmaligen „Juſtande ſeiner wankenden Meinungen und „ Ueberzeugungen der Welt mittheilen, iſt „hoͤchſt Unbeſcheiden und unvorſichtig; und „dennoch ſind junge Gelehrte von feurigem „Geiſt, auſſerordentlich bereitwillig dazu.“
Dieſe Worte eines der achtungswerthe⸗ ſten Theologen*⁴) ergriffen den Verfaſſer,— er geſteht es offen! Nicht aber, als ob auch er je eigne ephemeriſche Ueberzeugungen der Welt vorgelegt; ſondern weil er, zum erſten⸗ male vor das groͤßere Publicum gefordert, Ei⸗ niges, in Bezug auf eine characteriſtiſche Er⸗ ſcheinung unſerer Tage, zu eroͤrtern gedachte.
Allenthalben vernimmt man nehmlich die, bhauptſaͤchlich durch merkwuͤrdige politiſche um⸗ waͤlzungen, mehr als jemals geweckte Stimme: Waͤren doch die Religionen, wenigſtens die a 2 chriſt⸗
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») W. C. k. Ziegler theol. Abhandl. 1Bd. S. CC.


