Aufsatz 
Die Wurzeln fes und es mit ihren Ableitungen / von J. H. Hainebach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

die Annahme erklären, daſs die Abfaſsung der homerischen Gedichte in eine Zeit fällt, die in Bezug auf jenen Laut eine Uebergangsperiode bildet. Eine ganz ähnliche Erscheinung bietet uns der altnordische Dialect. In diesem nämlich ist anlautendes v vor u, y, 0, œ, Il und r abgefallen. Nun müſsen aber in den alten Liedern der Edda öfters Wörter, die ein solches anlautendes v verloren haben, um der Alliteration willen dennoch mit demselben gesprochen werden. So alliteriert z. B. Saem. Ed. 60, ed. Rask ordhi und vinr; 61 Vidharr und ulfs, wo offenbar gelesen werden mufs vordhi, vulfs, was die spätere Aussprache und Schreibung unbeachtet lieſs(vgl. Grimm Gesch. d. d. Spr. 297; Gr. I2, 310).

Vieles ist namentlich in neuerer Zeit geschehen, um das verdrängte F in seine Rechte wieder einzusetzen und Licht zu verbreiten über die durch sein Schwinden entstandene Ver- wirrung. Vieles aber bleibt noch zu thun übrig. Vor allem scheint mir eine durchgreifende Behandlung der ursprünglich getrennten und durch den Verlust jenes Lautes gleich gewordenen Wurzelpaare mit ihrer Deszendenz nothwendig, freilich keine leichte Aufgabe. Da sie mich jedoch besonders anzicht, so möchte ich zu ihrer Lösung etwas beitragen. Eine Frucht dieses Strebens ist die vorläufig hier gesondert erscheinende Abhandlung über das Wurzelpaar Fèg und èeg, das zu den interessantesten der ganzen Gruppe gehört. Beide sind zugleich in hohem Grade belehrend in Bezug auf den Wegfall der Dentalspirans, beide haben eine ansehnliche Zahl von Wörtern erzeugt, die offenbar in die ursprünglichen Zeiten des griechischen Volkes hineinragen, beide erscheinen unverkennbar auch in den verwandten Sprachen, wo sie ebenfalls durch viele Fäden mit dem uralten Leben verwoben sind.

So viel glaubte ich der Behandlung des Gegenstandes zur Orientierung des Lesers vorausschicken zu mülsen.

I.

Die 1NͦN Feg und ihre Ableitungen.

Dazu rechne ich:&ν ναι und 21-Oℳ; do-yd nd eivdc; 50- ois: elua, E4- c, ua, Lua und-uαeτμον si A&αε½ und aueyij: Eiog; ia; en- iia; 8(gen. Pl.); e- ν⁴ς--ανς und 1-νς;& ari*ρο⁸ς alag,-o und 1-.; Lo.‿Qιαο;-‿α‿ ο-ος; do-zla und io-rla; 80- 109; 2-69-110s, En-610 und n-10; luc*; vo- uxog; - εοοσσ; lo-x νς(verschieden von koxde ohne anlautendes F); l-do und à-àc; 6- (Hom. II. 19, 402).

So habe ich die Wörter mit Rücksicht auf ihre Begriffe zusammengestellt. Bloſs der Form nach geordnet, würden sie also auf einander folgen: ei auievij und Iauevij;; ei andg. - ayòdg und L xνg; el- ao, 8-ο und 2,a0:; el- d und-; 4-ey; 8-dcν; K uu 6 00s elvunut; 2lvu tua, Lu und 4- dοον; S ½⁴‿;; Lu‿d Paa:; Pios; ia; Sm Eia; 7- ueoos;;*o- uxos 30O§ν; ko-sos; o- und lo-rlα;- ς; 8-49- 1¹109, 0- r1 und en- ig- ιο do--ν; ao-- 10% 10- xug.

Man wird im ersten Augenblicke kopfschüttelnd staunen, eine Reihe von Wörtern, die theilweise zu den schwierigsten gehören und begrifflich so verschieden von einander sind, hier aus einer Quelle abgeleitet und mit einander enge verbunden zu schen. Wer es aber nicht verschmäht, meinen Erörterungen aufmerksam zu folgen, wird sich hoffentlich davon überzeugen,