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werden, in welchen der Werſtand zu wirken anfaͤngt. Denn wer kann vor der Thäͤtigkeit des Verſtandes beſtimmen, ob die Phantaſie auch den Geſetzen deſſelben gehorchen werde? Aber auch dann ſind die Urtheile über die Einbildungskraft noch un⸗ ſicherer, als über die meiſten andern Anlagen des Geſtes e weil bei vielen dieſe zarte Bluͤthe die Periode der Jugend nitht überlebt, ſondern im maͤnnlichen Alter ſchon wieder hinwelkt. Bei denjenigen, welchen dieſe Kraft in einem ganz vorzüglichen, ſel⸗ tenen Grade zu Theil wurde, wird man freilich uͤber die An⸗ erkennung derſelben und ihres Werthes nicht lange im Zweifel ſeyn.— Neugierde, welche Kindern natuͤrlich iſt, wird zwar⸗ auch zuweilen mie Wißbegierde verwechſelt; aber doch nur von denen, welche in allem, was der Knabe ſpricht oder thur, unlaͤugbare Proben ſeltener Talente zu finden ſchon vorher ge⸗ neigt ſind.—
Ddie Puncte, welche bei der Beobachtung der Jugend in oͤffentlichen Schulen eine beſondere, oder doch vorzuͤgliche Aus⸗ zeichnung verdienen, ſcheinen mir folgende zu ſeyn.— Die Schule hat ſchon als öͤffentlicher Ort einen großen Einſtuß anf die Thaͤtigkeit und Aeuſſerung der Fäͤhigkeiten. Der Schüch⸗ terne wagt lange nicht laut zu anrworten, frei ſeine Bemer⸗
kungen zu ſagen, oder Fragen aufzuwerfen, und wuͤrde daher, wenn man nicht Ruͤckſicht hierauf naͤhme, fuͤr phlegmatiſch, un⸗ fahig u. ſ. f. gehalten werden. In einem vortheilhaftern, aber oft in einem eben ſo falſchen, Lichte erſcheint dagegen der leb⸗ haftere und ehrgeitzigere Kopf. Schon der Gedanke, daß die Augen aller ſeiner Mitſchuͤler auf ihn geheſtet ſind, der Wunſch, vor andern zu glaͤnzen, oder nicht von ihnen verdunkelt zu werden, ſpannt alle ſeine Kraͤfte hoͤher; und wenn nun gar die richtigere Antwort, die groͤßere Genauigkeit, mit welcher erwas uͤberſetzt, eine Aufgabe ausgearbeitet wird, uͤbrr die ho⸗ — B3 here


