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A⸗ ſind daruͤber einverſtanden, daß, ohne Kenntniß der An⸗ lagen des Geiſtes und Herzens der Jugend, der Unterricht ſo⸗ wohl als die Erziehung, bei allen uͤbrigen Vorzügen, welche ſie ſonſt haben moͤgen, nicht ganz gelingen koͤnnen. Die Bekannt⸗ ſchaft mit den allgemeinen Grundſätzen der Pſychologie kann aber dem praktiſchen Erzieher allein nicht genuͤgen; er muß eigene Beobachtung damit verbinden. Denn wenn man nicht zu beſtimmen weiß, welche Kraft der Seele bei dieſem ſtaͤrker als bei jenem ſich äͤuſſert, welche Tugenden der eine leichter als der andere uͤbt, zu welchen Fehlern dagegen er auch ſchneller ſich hin⸗ reißen laͤßt u. ſ. f.: ſo kann eine Methode beim Unterricht, be der Erziehung, welche unter andern Umſtaͤnden vielleicht muſterhaft waͤre, nachtheilig und verderblich werden. Fuͤr die Erziehung kann zwar in oͤffentlichen Schulen, die mit Erzie⸗ hungsanſtalten nicht zu verwechſeln ſind, nur weniges, und auch dieß wenige nur mittelbar, geleiſtet werden; auch muß bei der Disciplin und bei dem Unterricht immer Ruͤckſicht auf das Ganze genommen und dieſem der Einzelne untergeordnet werden: indeſſen kann man doch beide in vielen Faͤllen der In⸗ dividualität des Einzelnen anpaſſen, ohne daß gerade das Gan⸗ ze darunter leidet, und ſo verhuͤten, daß die Originalitaͤt der beſſeren nicht unterdruͤckt, oder in Fehler umgeſchaffen werde.
Jene Beobachtung der Ingend hat nun äberhaupt ihre eigenthuͤmlichen Schwierigkeiten; der Keim mancher Talente⸗ 12 1 Lu⸗
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